Berliner Flughafen-Debakel Mehdorn plant offenbar Comeback für geschassten Architekten

Meinhard von Gerkan wurde entlassen, verklagt - und steht nun offenbar vor einem Comeback: Hartmut Mehdorn will den Architekten laut einem Zeitungsbericht ins Team des Großflughafens Berlin Brandenburg zurückholen. Es soll bereits zwei geheime Treffen gegeben haben.

Einsame Flughafenbaustelle BER: Kommt der Architekt zurück?
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Einsame Flughafenbaustelle BER: Kommt der Architekt zurück?


Berlin - In der milliardenteuren Posse um den Berliner Großflughafen Berlin Brandenburg (BER) deutet sich eine weitere Wende an: Der neue Chef Hartmut Mehdorn will laut "Bild"-Zeitung offenbar den früheren BER-Architekten Meinhard von Gerkan ins Team zurückholen.

Es habe zwischen ihm und Mehdorn zwei geheime Treffen gegeben, bestätigte Gerkan der Zeitung. Zum Inhalt der Gespräche wollte sich der Architekt aber nicht äußern.

Die Berliner Flughafengesellschaft hatte Gerkans Architekten im Mai vergangenen Jahres entlassen und wenig später wegen angeblich massiver Fehlplanung verklagt. Gerkan wiederum warf der Flughafengesellschaft vor, deren Arbeit habe sich als "großangelegte Täuschung herausgestellt".

Die Inbetriebnahme des BER wurde bislang viermal verschoben. Grund sind unter anderem massive Mängel an der Brandschutzanlage. Zur Zeit ist völlig offen, wann die ersten Maschinen starten und landen können.

Mehdorn wurde Anfang März als neuer Chef des Großprojekts vorgestellt. Zuletzt sprach sich der Manager erneut für eina Zukunft des Berliner Flughafens Tegel aus. Dieser soll den ursprünglichen Plänen zufolge eigentlich ein halbes Jahr nach dem Start des neuen Großflughafens geschlossen werden.

hut/AFP

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baldr 31.03.2013
1. Völlig richtig
"Verheerende Folgen hatte vor allem die Entscheidung, das neue Terminal zum Shopping-Center auszubauen. Zahlreiche Boutiquen, Restaurants und Cafés sollten für zusätzliche Einnahmen sorgen. So hatte es sich Schwarz mit seinem Geschäftsbereich "Non Aviation" ausgedacht. Wichtiger als das Abfertigen wurde nun offenbar das Abkassieren der Passagiere: Alle Fluggäste waren unmittelbar nach der Sicherheitskontrolle durch einen sogenannten Walk-Through-Shop zu führen - er wurde zum zentralen Angelpunkt des Terminals erklärt. Die Architekten mussten daraufhin die komplette Abflugebene umplanen. " Der Architekt stand dem Klüngel der Herren im Weg und musste weg. Die wollten aus Terminals Shopping- Malls machen und bei der Vergabe absahnen. Dabei haben sie im übrigen einige Leute in den Bankrott getrieben.
Pandora0611 31.03.2013
2. Mehdorn und der BBI
---Zitat--- In der milliardenteuren Posse um den Berliner Großflughafen Berlin-Brandenburg (BER) deutet sich eine weitere Wende an: Der neue Chef Hartmut Mehdorn will laut "Bild"-Zeitung offenbar den früheren BER-Architekten Meinhard von Gerkan ins Team zurückholen. ---Zitatende--- Mehdorn macht anscheinend richtig Dampf. Das scheint Wowereit und Platzeck aber nicht gefallen. Er ist ja schon mit seinem Vorschlag, Tegel weiter geöffnet zu halten, negativ bei ihnen aufgefallen. Schade, daß Tegel und Schönefeld (alt) nicht mit Tempelhof gleichzeitig geschlossen wurden. Dann hätte Berlin seit 4,5 Jahren keinen Flughafen mehr. Der "agierente Partymeister" (Wowereit) hatte aus ideologischen Gründen und in seiner Hybris entschieden, daß diese Airports geschlossen werden müssen, damit sein "Erfolgsmodell" BBI gut darsteht. BBI/BER wird voraussichtlich am 01.04.2025 eröffnen. Über Facebook wurde schon zur Eröffnungsparty eingeladen. Aus informierten Kreisen wurde gemeldet, daß Wowereit zugesagt haben soll.
danyffm 31.03.2013
3. Naja Mehdorn...
Selbstdarsteller bis ins letzte Glied, fährt die DB fast in die technische Grütze, fliegt Air Berlin näher an die wirtschaftliche Pleite, wird von den zustandigen Politikern zum BER-Chef gekürt. Was will man von solchen Typen erwarten? Und wie dreckig muss es erst den Politikern gehen, die sich den choleriker Mehdorn zum (alternativlosen = tolles Wort) "Rettungsschirm" erwählen.
basdy 31.03.2013
4. Alle Achtung
Zitat von sysopGetty ImagesMeinhard von Gerkan wurde entlassen, verklagt - und steht nun offenbar vor einem Comeback: Hartmut Mehdorn will den Architekten laut einem Zeitungsbericht ins Team des Großflughafens Berlin-Brandenburg zurückholen. Es soll bereits zwei geheime Treffen gegeben haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/flughafen-berlin-mehdorn-will-architekten-gerkan-zurueck-ins-team-holen-a-891816.html
Herr Mehdorn stand für mich eigentlich nur für Desaster und Chaos. Ich finde es erstaunlich, dass er sich ohne Scheuklappen die Situation anschaut und auch vor erstmal unpopulären Lösungswegen nicht zurückschreckt. Da gehört das für undenkbar gehaltene offenhalten von Tegel genauso dazu, wie mit dem ehemaligen Chefarchitekten zu sprechen. Hut ab, hoffentlich kommt jedoch nicht noch die Verlegung nach Sperenberg und der Abriß von Schönefeld wieder auf den Tisch.
morpholyte 31.03.2013
5. Ich glaubs nicht !!
Zitat von sysopGetty ImagesMeinhard von Gerkan wurde entlassen, verklagt - und steht nun offenbar vor einem Comeback: Hartmut Mehdorn will den Architekten laut einem Zeitungsbericht ins Team des Großflughafens Berlin-Brandenburg zurückholen. Es soll bereits zwei geheime Treffen gegeben haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/flughafen-berlin-mehdorn-will-architekten-gerkan-zurueck-ins-team-holen-a-891816.html
So etwas ist nur in Berlin möglich !! Da soll der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben werden. Wahrscheinlich kennen sich Mehdorn und Gerkan aus dem Golfclub oder spielen zusammen Tennis. Oder die beiden gehen gerne mal einen saufen, schließlich stammt der eine aus Warschau und der andere aus Riga. Unglaublich !! Naja, da werden wir noch viel Freude haben hier in Berlin.
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