Flughafen-Dienstleister beklagen fehlende Coronahilfen »Der Luftverkehr droht zusammenzubrechen«

Das Bodenpersonal an Flughäfen befürchtet, bei den öffentlichen Finanzhilfen zu kurz zu kommen. In den Unternehmen, die Jets betanken, beladen und reinigen, stünden nun mehr als tausend Jobs auf der Kippe.
Bodenpersonal am Frankfurter Flughafen

Bodenpersonal am Frankfurter Flughafen

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Fabian Sommer / dpa

Die privaten Bodenverkehrsdienstleister an den Flughäfen sehen sich bei den staatlichen Coronahilfen für die Luftverkehrsinfrastruktur weiterhin übergangen. »Mittlerweile stehen mehr als tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel – und der Luftverkehr droht zusammenzubrechen«, erklärte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes ABL, Thomas Richter.

Im Februar hatte er sich dem Portal Airliners.de  zufolge bereits beklagt: »Unsere Unternehmen sind von Mitarbeiterzahl und Umsatz zu groß, um die angebotenen Überbrückungshilfen in Anspruch nehmen zu können. Aber unser Geschäft ist in den Lockdowns genauso zusammengebrochen wie das der Fluggesellschaften und der Flughäfen.«

Statt deshalb die privaten Dienstleister einzubeziehen, sollten die öffentlichen Finanzhilfen jedoch lediglich den Flughafenbetreibern zufließen, kritisierte der Verband nun. Dabei habe Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) etwas anderes angekündigt.

»Ohne sie kein schneller Transport lebensnotwendiger Impfstoffe«

Bund und Länder hatten sich zuletzt auf Coronahilfen für die größeren Flughäfen geeinigt und wollen die kleineren Standorte von Flugsicherungskosten entlasten. Die 15 wichtigsten deutschen Flughäfen sollen 600 Millionen Euro Steuergeld erhalten. Das Rettungspaket fiel damit jedoch geringer als die ursprünglich veranschlagte eine Milliarde Euro aus.

Der Verband der Bodenverkehrsdienstleister vertritt private Unternehmen, die an den Flughäfen Jets betanken, beladen, reinigen und weitere Dienstleistungen rund um den Flugprozess organisieren. Sie beschäftigen laut Verband rund 10.000 Menschen und agieren meist als Drittanbieter in Konkurrenz zu Tochterunternehmen der Flughafenbetreiber in öffentlicher Hand.

Ohne Bodenabfertigung könne kein Luftverkehr stattfinden, warb der stellvertretende ABL-Vorsitzende Ingo Kronsfoth laut einer Mitteilung  für die Arbeit des Bodenpersonals. »Ohne sie kein Urlaub in fernen Ländern, ohne sie kein moderner Außenhandel, ohne sie kein schneller Transport lebensnotwendiger Impfstoffe.«

apr/dpa
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