Ausstand in Tarifverhandlungen Ver.di ruft am Flughafen Köln/Bonn zu Streik der Sicherheitskräfte auf

Die Flughäfen berappeln sich noch von Corona, ihre Sicherheitskräfte verlangen bereits mehr Geld – und wollen am Flughafen Köln/Bonn vorübergehend die Arbeit niederlegen.
Flughafen Köln/Bonn (Archivbild): Ausstand von 4 bis 24 Uhr

Flughafen Köln/Bonn (Archivbild): Ausstand von 4 bis 24 Uhr

Foto: Thomas Banneyer / dpa

Die Verbraucherpreise explodieren, die Lohnforderungen steigen: Die Gewerkschaft Ver.di hat zur Durchsetzung höherer Entgelte in der laufenden Tarifrunde die Luftsicherheitskräfte am Flughafen Köln/Bonn aufgerufen, ihre Arbeit vorübergehend niederzulegen.

Der vorübergehende Streikaufruf des Landesbezirks Nordrhein-Westfalen für diesen Mittwoch richtet sich an Beschäftigte in der Personal- und Warenkontrolle sowie der Frachtkontrolle. Der Ausstand soll von 4 bis 24 Uhr dauern, wie die Gewerkschaft mitteilte.

Über größere Behinderungen oder Verzögerungen war am Morgen zunächst nichts bekannt. »Die Passagierkontrollen am Köln/Bonn-Airport sind von dem Streik nicht betroffen«, teilte der Flughafen mit . »Der Flugbetrieb ist aktuell nicht beeinträchtigt.«

Geht um Löhne von 25.000 Beschäftigten

In zwei Verhandlungsrunden zur Erhöhung der Entgelte für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen wurde laut Ver.di bisher keine Einigung erzielt. Sie vertritt nach eigenen Angaben bundesweit rund 25.000 Beschäftigte. Die Arbeitgeber hätten zwar ein Angebot unterbreitet, dieses sei jedoch weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Der Warnstreik trifft die Flughäfen in einer empfindlichen Phase: Die Luftfahrt zählt zu den von der Coronakrise am härtesten getroffenen Branchen – und hatte auch 2021 noch zu kämpfen. Die Flughäfen waren im Sommer nicht mal zur Hälfte ausgelastet.

»Das Angebot greift die Preisentwicklung in keiner Weise auf und enthält Nullmonate. Vor allem die Angleichung der Löhne in Ost an das Westniveau wird auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben«, kritisierte Ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper das bisherige Angebot. »Zehn Cent Angleichung pro Stunde für jeweils ein Jahr bedeutet, noch 22 beziehungsweise 29 Jahre – bis 2050 – zu warten, bis im Osten endlich die gleichen Löhne gezahlt werden.«

Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von mindestens einem Euro pro Stunde bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus soll in der Tarifrunde der Lohn für die Luftsicherheitskräfte Fracht und Personal-/Warenkontrolle mit behördlicher Prüfung auf die Lohnhöhe der Luftsicherheitsassistenten (Fluggastkontrolle) nach dem Grundsatz gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit angehoben werden. Als Argument für höhere Löhne verwies Ver.di zudem auf den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

Die Verhandlungen werden laut Ver.di am 1. und 2. März in Berlin fortgesetzt, weitere Arbeitsniederlegungen sind laut Gewerkschafter Pieper nicht ausgeschlossen.

apr/dpa