Ver.di-Warnstreik Alle regulären Passagierflüge am Münchner Flughafen für Freitag abgesagt

Ver.di droht mit Chaos an den Flughäfen und in Bayern sieht man keinen Ausweg: Der Flughafen München stellt für Freitag seinen regulären Passagierbetrieb ein – Ausnahmen gibt es für die Sicherheitskonferenz.
Warteschlange am Flughafen München: Flugzeuge zur Sicherheitskonferenz können trotzdem landen

Warteschlange am Flughafen München: Flugzeuge zur Sicherheitskonferenz können trotzdem landen

Foto: Sven Hoppe / dpa

Der Münchner Flughafen stellt nach der Streikankündigung der Gewerkschaft Ver.di für Freitag seinen regulären Passagierbetrieb ein. Das teilte der Flughafen am Mittwoch mit.

Betroffen sein werden Hunderte Flüge – nicht jedoch die offiziellen Gäste der am Freitag beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz. In München landen hierzu zahlreiche Politiker und Staatsgäste. Ausgenommen sind laut Flughafen auch alle Sonderflüge, darunter Hilfsflüge, Flüge für medizinische, technische und sonstige Notfälle, wie etwa Flüge für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien.

Behörden befreien Flughafen von Betriebspflicht

»Aufgrund des Streiks hat die Flughafen München GmbH beim Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr als oberste Luftaufsichtsbehörde beantragt, den Airport für diesen Tag von der Betriebspflicht für den gewerblichen Luftverkehr zu befreien«, hieß es in der Mitteilung des Flughafens.

Dem Antrag sei stattgegeben worden. Somit sollen von Freitag um 00:00 Uhr bis Samstag 01:00 Uhr keine regulären Passagierflüge stattfinden. Mehr als 700 Starts und Landungen seien am Freitag in München geplant, hatte ein Sprecher des zweitgrößten deutschen Flughafens am Mittag erklärt.

Bundesweit drohen mehr als 2000 Ausfälle

Die Gewerkschaft Ver.di hat für Freitag an mehreren deutschen Flughäfen zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Der Flughafenverband ADV rechnet angesichts des Warnstreiks im öffentlichen Dienst am Freitag mit 2340 Ausfällen im innerdeutschen und internationalen Flugverkehr. »Dass unter dem Konflikt am Freitag über 295.000 Flugreisende zu leiden haben, ist nicht zumutbar«, sagte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des ADV. »Lösungen müssen am Verhandlungstisch gefunden werden und nicht auf dem Rücken der Passagiere.«

In München ist ein gemeinsamer Streik von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, der Luftsicherheit und der Bodenverkehrsdienste geplant, wie Ver.di Bayern mitteilte. Betroffen sein sollen auch die Airports in Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Dortmund, Hannover und Bremen. Hintergrund ist die Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst, zudem laufen bundesweit Tarifverhandlungen für die Luftsicherheit sowie an einigen Flughäfen eine Tarifrunde für die Bodenverkehrsdienste.

Mit dem Ausstand wollen die Beschäftigten ihren Forderungen im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen Nachdruck verleihen. In den Verhandlungen fordern Ver.di und der Beamtenbund DBB 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Die Arbeitgeber haben die Forderungen zurückgewiesen. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Februar in Potsdam geplant.

apr/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Playlist
Speichern Sie Audioinhalte in Ihrer Playlist, um sie später zu hören oder offline abzuspielen. Zusätzlich können Sie Ihre Playlist über alle Geräte mit der SPIEGEL-App synchronisieren, auf denen Sie mit Ihrem Konto angemeldet sind.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die zeitgleiche Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten