Berlin und Frankfurt betroffen Wow Air muss Betrieb einstellen

Der nächste Billigflieger muss den Betrieb einstellen: Nach Air Berlin und Germania ist diesmal die isländische Wow Air betroffen.

Wow-Air-Maschine (Archiv)
DPA

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Die mit finanziellen Problemen kämpfende isländische Billigfluglinie Wow Air stellt ihren Betrieb ein. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zuvor hatten Firmenvertreter noch erklärt, die Flüge würden lediglich verschoben, bis die Finanzierungsgespräche mit einer Gruppe von Investoren abgeschlossen seien. Nach der Pleite der Fluglinien Air Berlin und Germania ist Wow Air der nächste Billigflieger, der aufgeben muss.

Am Morgen wurden unter anderem die Wow-Air-Flüge zwischen Reykjavik und Berlin-Schönefeld sowie Reykjavik und Frankfurt am Main gestrichen. Alle Passagiere seien bereits informiert worden, erklärte die Airline. Weitere Informationen wollte sie noch am Vormittag bekanntgeben.

Die Fluggesellschaft hatte in den vergangenen Tagen Gespräche mit Icelandair geführt, nachdem Verhandlungen mit dem Risikokapitalgeber Indigo Partners abgebrochen worden waren. Icelandair hatte im vergangenen Jahr ein Übernahmeangebot an Wow Air zurückgezogen. Im Dezember 2018 hatte Wow Air angekündigt, seine Flugzeugflotte von 20 auf elf Flugzeuge einzudampfen und das Personal um 111 Stellen auf rund 1000 Angestellte zu verringern.

Wow Air fliegt über ihr isländisches Drehkreuz Keflavik bei Reykjavik Ziele in Europa und Nordamerika an. In Deutschland werden die Flughäfen Frankfurt am Main und Berlin-Schönefeld bedient.

beb/Reuters/dpa



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raoul2 28.03.2019
1. Auch nicht wirklich schade
Wer in einem "Haifischbecken" wie diesem nicht mithalten kann, sollte es gar nicht erst versuchen. Die letzten "Aktionen", bei denen Tickets zu niederschmetternd niedrigen Preisen auf den Markt geschmissen wurden, ließen erahnen, daß es nicht gutgehen würde mit WOW.
MatthiasPetersbach 28.03.2019
2. die Frage stellt sich mir....
...wie es Icelandair geht. Wir sind mit denen für knappe 400 Öre Geflogen, WOW hätte ca. 50 weniger gekostet. Jemand Konkurrenz machen, nur dadurch, daß man ein bisschen billiger anbietet - und dann (deshalb?) Pleite zu gehen ist jetzt für mich jetzt nicht SO die Geschäftsidee.
Interzoni 28.03.2019
3. Viel zu billig
Flugtickets sind generell viel zu billig. Die Preise stehen in keinem Verhältnis zu den (Folge) Kosten, die Flüge verursachen. Kerosin muss endlich (hoch) besteuert werden. Ich freue mich aufrichtig über jede Fluggesellschaft, die Pleite geht, und über jeden Flieger weniger am Himmel.
palestar 28.03.2019
4. @ Interzoni #3
So sehr ich Ihren Ansatz nachvollziehen kann..: Zitatanfang - "Ich freue mich aufrichtig über jede Fluggesellschaft, die Pleite geht, und über jeden Flieger weniger am Himmel." - Zitatende. Schon mal an die 1000 Leute gedacht, die jetzt keinen Job mehr haben? Sicher war das bei WOWAir (und den anderen LCC, die gerade pleite gingen...) absehbar. Und sicher sollte man (nicht nur aus Umweltgruenden) mal ueber das "Billiger-muss-alles-sein" und ueberhaupt den Konsumgedanken als Grundlage dieser Welt nachdenken (was mir schwer faellt, wenn ich gerade auf meine letzten Tage im wundervollen Ísland zurueckschaue und mich an so manchen Ich-bin-das-Wichtigste-der-Welt-Touristen erinnern muss), aber Ísland ist noch immer eine Insel.Und Entschleunigung ist was Schoenes, aber in meinem Falle mit dem Schiff zur Arbeit fahren, wuerde wohl den Rahmen sprengen. :-) So wie es vielen Egomanen in dieser Welt sicher gut tun wuerde, die wir wohl beide nicht moegen, koennte ob des letzten Satzes Ihnen wohl auch eine Reise nach Ísland gut tun. Man wird sich dort naemlich recht schnell bewusst, wie klein man eigentlich ist. Nichts fuer ungut - Ihren grundansatz teile ich ausdruecklich. Ein lieber Gruss von einem, der erst gestern aus Reykjavik zurueckgekommen ist, René
MatthiasPetersbach 28.03.2019
5.
Zitat von palestarSo sehr ich Ihren Ansatz nachvollziehen kann..: Zitatanfang - "Ich freue mich aufrichtig über jede Fluggesellschaft, die Pleite geht, und über jeden Flieger weniger am Himmel." - Zitatende. Schon mal an die 1000 Leute gedacht, die jetzt keinen Job mehr haben? Sicher war das bei WOWAir (und den anderen LCC, die gerade pleite gingen...) absehbar. Und sicher sollte man (nicht nur aus Umweltgruenden) mal ueber das "Billiger-muss-alles-sein" und ueberhaupt den Konsumgedanken als Grundlage dieser Welt nachdenken (was mir schwer faellt, wenn ich gerade auf meine letzten Tage im wundervollen Ísland zurueckschaue und mich an so manchen Ich-bin-das-Wichtigste-der-Welt-Touristen erinnern muss), aber Ísland ist noch immer eine Insel.Und Entschleunigung ist was Schoenes, aber in meinem Falle mit dem Schiff zur Arbeit fahren, wuerde wohl den Rahmen sprengen. :-) So wie es vielen Egomanen in dieser Welt sicher gut tun wuerde, die wir wohl beide nicht moegen, koennte ob des letzten Satzes Ihnen wohl auch eine Reise nach Ísland gut tun. Man wird sich dort naemlich recht schnell bewusst, wie klein man eigentlich ist. Nichts fuer ungut - Ihren grundansatz teile ich ausdruecklich. Ein lieber Gruss von einem, der erst gestern aus Reykjavik zurueckgekommen ist, René
Die Leute hätten eventuell noch nen Job, wenn die Fluggesellschaft richtig gewirtschaftet (und bezahlt) hätte - und eventuell angesichts der Zwänge darauf verzichtet hätte, ein Geschäft aufzumachen, was sich nicht lohnt oder trägt. Das ist dann nämlich per Definition kein "Geschäft". So wie ein "Job" , von dem man nicht oder nur schwer leben kann, kein Job ist. Und wenn Bedarf da ist, wird der auch geliefert - INCLUSIV den dafür nötigen Leuten, die dann eingestellt werden. Die stehen ja - angesichts wachsender Passagierzahlen - nicht "auf der Straße". Und es nicht der Konsum, sondern die MENGE an Konsum, die Probleme bereiten. Beziehungsweise die Anhäufung von Konsum OHNE entsprechenden Genuß. Ich war vor 5 Jahren in Island. Das reicht mir als Erlebnis und Beflügelung noch weitere 5 Jahre. Und seitdem habe ich nur ein paar Urlaube in der Umgebung oder Nachbarstaaten gemacht - ohne Flug. In der Zeit fliegen andere 10mal durch die Gegend - ohne entsprechenden Genuß zu empfinden. Deswegen habe ich nochlange keinen Heiligenschein an - aber ich bin für mich dankbar, daß ich mich noch an den kleinen Dingen freuen kann. Über neue Fußballschuhen freue ich mich auch in fortgeschrittenem Alter noch wochenlang, eine neue CD höre ich monatelang rauf und runter und mit Freuden seh ich mein Laptop an, der immerhin 8 Jahre -oder so- alt ist. SO geht Konsum. Und dann ist er auch verkraftbar. Oder eher verkracftbar. Im Übrigen auch vom Konsumenten.
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