Flugticket-Erstattung Verbraucherschützer wirft Lufthansa Vorsatz vor

Der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, Klaus Müller, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Lufthansa. Dass Kunden ihr Geld für ausgefallene Flüge nicht erhalten, sei nicht Unfähigkeit, sondern Vorsatz.
Ticket der Lufthansa: "Es gibt bisher nur vereinzelte Erstattungen"

Ticket der Lufthansa: "Es gibt bisher nur vereinzelte Erstattungen"

Foto: Malte Christians/ dpa

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, hat der Lufthansa Vorsatz bei fehlenden Reise-Erstattungen vorgeworfen. "Es gibt bisher nur vereinzelte Erstattungen. Selbst die Lufthansa, die wir Steuerzahler mit neun Milliarden Euro stützen, kriegt es bisher nicht auf die Reihe, ihren Kunden das Geld für ausgefallene Flüge zurückzugeben", sagte Müller der "Rheinischen Post" . Müller sagte: "Ich halte das nicht für Unfähigkeit, sondern ganz klar für Vorsatz."

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

"Die Lufthansa hat automatisierte Erstattungssysteme abgeschaltet und spielt weiter auf Zeit", führte Müller aus. Das Luftfahrtbundesamt versage hier in seiner Aufsichtsfunktion. "Bußgelder, die eigentlich fällig wären, gibt es nicht. Verkehrsminister Scheuer, dem das Amt untersteht, wird seiner Verantwortung gegenüber Millionen von Reisenden nicht gerecht."

Im Juni seien laut Deutschem Reiseverband Flugtickets im Wert von vier Milliarden Euro noch nicht erstattet worden. "Zwei Drittel der etwa 150.000 Beschwerden, die von April bis Juni in den Verbraucherzentralen eingegangen sind, bezogen sich auf nicht erstattete Reisekosten", sagte Müller.

Nach dem europäischen Fluggastrecht muss die Rückerstattung für gestrichene Flüge binnen sieben Tagen nach der Mitteilung über die Annullierung erfolgen. Das gilt nicht nur für europäische Fluglinien, sondern bei jeder Buchung eines Flugs mit Abflugort in einem EU-Land. Die von den Airlines nach den Corona-bedingten Stornierungen vielfach ausgestellten Gutscheine müssen die Kunden nicht akzeptieren. Lehnen sie den Gutschein ab, behalten sie Anspruch auf Kostenerstattung.

rwi/afp