Flugzeugbau China schmiedet neuen Triebwerk-Hersteller

Peking spricht von einem "strategischen Schritt": China verschmilzt mehrere Staatsfirmen der Luftfahrtbranche zu einem neuen Triebwerkhersteller. Der 100.000-Mitarbeiter-Konzern soll dem Westen und Russland Konkurrenz machen.

Vorstellung von Chinas Passagierfliegers C919 (2015)
AP

Vorstellung von Chinas Passagierfliegers C919 (2015)


China hat einen milliardenschweren Triebwerkhersteller mit fast 100.000 Mitarbeitern gegründet. Die Aero Engine Corporation of China (AECC) hat einen Kapitalstock von 50 Milliarden Yuan (6,7 Milliarden Euro) und soll Berichten zufolge mehrere Tochterfirmen von Staatsunternehmen vereinen.

Staatspräsident Xi Jinping bezeichnete die Firmengründung als "strategischen Schritt", um China zu einer Macht in der Luftverkehrsbranche zu machen und das Militär zu modernisieren, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Experten erwarten lange Anlaufphase

China baut bislang keine eigenen Flugzeugtriebwerke. Das einheimische Passagierflugzeug C 919 verwendet Technik von CFM International, einem Gemeinschaftsunternehmen von General Electric aus den USA und Safran aus Frankreich. Die besten chinesischen Militärflieger wiederum haben laut Xinhua russische Triebwerke.

Fotostrecke

5  Bilder
Comac C919: Das ist der neue Flieger der Chinesen

Die chinesische Führung setzt derzeit verstärkt auf Hochtechnologie, um die Wirtschaft des Landes neu auszurichten und ausländischen Konzernen Konkurrenz zu machen. Ministerpräsident Li Keqiang wurde von Xinhua mit den Worten zitiert, AECC soll ein weltweit führendes Unternehmen auf dem Gebiet des Triebwerkbaus werden.

Branchenkenner sind allerdings der Ansicht, dass es mehrere Jahre dauern könnte, bis AECC tatsächlich Triebwerke für große Passagierflugzeuge herstellen kann. Berichten zufolge wird die neue Firma 96.000 Mitarbeiter haben; der Hauptsitz soll in Peking sein.

beb/AFP



insgesamt 29 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hmarnitz 29.08.2016
1. was tun?? Lao Tse?
Die chinesischen Grossen machen mithilfe des Staats alles richtig und Europa und Amerika viel falsch. TTIP ist vielleicht nicht ok (das Wie und der Inhalt), jedoch greift China komplette Wertschöpfungsketten ab. Hier in CH geht demnächst der Verkauf der Syngenta an ChemCina über die Bühne (42 Mia.); Swissport und andere Dienstleister in der Flugbranche sind schon chinesisch... und wir streiten uns hier über Burka & Co.
ellenbetti 29.08.2016
2. Staatsmacht
wie in den USA protektiert China seine Industrie. Diese Firma ist Staatseigentum wie das Land auf dem sie steht. China pickt sich eine Schlüsselindutrie ( Biotech, Software, Wind und Solar ) aus und kauft sich das Know How zusammen ( jüngst Kuka Ausgburg oder Osram oder Putzmeister oder..... oder... ). Unterbietet einfach den gesamten Markt bis andere kollabieren. Geschafft. Deutschland oder Europa hat dem einfach nichts entgegen zu setzte. Gesitig nicht und finaziell schon gar nichts. China rollt den Markt auf und alle schlafen wie immer. In hintervoreitimWinkel ist es ja auch wie immer. Doofe Regierung, doofe Gesetze und doofe Vertreter. Europa ist strunz dumm. Wir haben keine richtigen Gladiatoren im Wirtschaftskrieg und VW fällt gerade die Rüstung herunter. Steuern eintreiben von den Apples, Amazon, Starbucks, Google, Facebook, eBay.... HA HA HA. Die treten uns verdient in die Eier denn unsere Elite hat das so gemacht.
NauMax 29.08.2016
3.
Zitat von hmarnitzDie chinesischen Grossen machen mithilfe des Staats alles richtig und Europa und Amerika viel falsch. TTIP ist vielleicht nicht ok (das Wie und der Inhalt), jedoch greift China komplette Wertschöpfungsketten ab. Hier in CH geht demnächst der Verkauf der Syngenta an ChemCina über die Bühne (42 Mia.); Swissport und andere Dienstleister in der Flugbranche sind schon chinesisch... und wir streiten uns hier über Burka & Co.
Vielen Europäern ist es anscheinend wichtiger, ihr nationalistisches KleinKlein weiter zu pflegen... Deutsche, Franzosen, Polen, Schweizer, etc ticken ja alle sooo verschieden, dass es mit dem gemeinsamen Staat nie was werden könnte. Tja, in 20 Jahren läuft das Ganze dann völlig übereilt ab, weil man sonst von den Chinesen abgehängt wird...
jaguaros 29.08.2016
4. China wird uns erschlagen
Mein Vatter hat vor ca 50 Jahren in eine Kneipe gesagt, dass uns China mal mit den Muetzen erschlagen wird. Damals meinte er es wahrscheinlich anders. Jetzt zeigt sich aber dass unesere Vaetter sehr weitsichtig sahen. China kauft uns ein, dann macht sie uns fertig. Die Politik macht sich gar keine Gedanken darueber, sieht nur die Arbeitsplaetze die dienen denen als Wahlpotential fuer ihre politische Zukunft. Die Folgen sind ihnen egal.
doktorfeinfinger 29.08.2016
5. Copy Cat 4.0
In der Tat wird China auch hier westliche Technologie ohne Rücksicht auf Verlust kopieren und dann zu Dumpingpreisen anbieten. Ein Triebwerk, eine Passagiermaschine ist ja nicht gerade lowtech, das wird also etwas dauern... Langfristig wird sich Protektionismus gegenüber China und Co. in Europa und Nordamerika durchsetzen, auch wenn Trump und Le Pen dieses Mal noch abgwehrt werden sollten (so Gott will...).
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.