Total-Chef de Margerie Flugschreiber und Kameras sollen Unfallursache klären

Die Ursachen des tödlichen Unglücks von Total-Chef Christophe de Margerie sollen mit der Auswertung von Überwachungskameras und des Flugschreiber geklärt werden. Der Ölkonzern hat bereits einen Nachfolger für den Top-Manager ernannt.


Moskau - Die Angaben über den Flugzeugunfall, bei dem der 63-jährige Total-Chef Christophe de Margerie ums Leben kam, sind widersprüchlich. Jetzt soll eine Untersuchung Klarheit über den Hergang bringen. Russische Spezialisten untersuchen Videoaufzeichnungen von dem Unglück, meldet laut Nachrichtenagentur dpa der russische Sender Rossija 24.

Sämtliche Überwachungskameras des Airports Wnukowo würden ausgewertet, und auch die Flugschreiber der verunglückten Maschine würden analysiert, teilte laut Rossija 24 die Luftfahrtaufsicht in Russland mit. Französische Experten unterstützen die russischen Fachleute seit Dienstag und sollen mehrere Tage in Moskau bleiben.

Der Privatjet vom Typ Falcon 50 war am späten Montagabend bei Nebel auf der Startbahn mit einem fahrenden Schneepflug zusammengeprallt. Alle vier Insassen kamen ums Leben.

Der Schneepflugfahrer wurde festgenommen. Er sagte Ermittlern, er habe die Orientierung verloren und nicht bemerkt, dass er auf die Startbahn gelangt sei. Die Agentur Interfax berichtete, der Mann habe zugegeben, an dem Abend einen Kaffee mit Likör getrunken zu haben. Sein Anwalt hatte zuvor der Ermittlungsbehörde widersprochen, die dem Fahrer einen Alkoholrausch vorgeworfen hatte.

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Ölkonzern Total: De Margeries Nachfolger
Total wird vorerst von Doppelspitze geführt

Zwei Tage nach dem Tod von de Margerie präsentiert Total bereits einen Nachfolger. Patrick Pouyanné soll Europas drittgrößten Mineralölkonzern künftig leiten, wie das Unternehmen mitteilte. Der Manager ist seit Anfang 2012 als Generaldirektor für die Bereiche Raffinerie und Chemie bei Total verantwortlich.

Der frühere Konzernchef Thierry Desmarest werde bis Ende 2015 den Verwaltungsrat führen, erklärte das Unternehmen weiter. Anschließend solle Pouyanné auch diesen Posten übernehmen. Desmarest kann nur bis zum kommenden Jahr den Verwaltungsratsvorsitz übernehmen, dann erreicht er mit 70 Jahren die Altersgrenze.

In französischen Konzernen führt in der Regel ein geschäftsführender Generaldirektor - DG abgekürzt - das unternehmerische Geschäft. Er ist häufig zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats und führt dann den abgekürzten Titel PDG - für Président-Directeur Général.

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Christophe de Margerie: Trauer um "Big Moustache"

bos/mmq/dpa/AFP/AP



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Quantus 22.10.2014
1. Sinnvoll?
" Russische Spezialisten untersuchen Videoaufzeichnungen von dem Unglück" Villeicht wären deutsche oder amerikanische Erstsemesterstudenten doch etwas besser ausgebildet um so etwas aufzuklären...
winkler00 22.10.2014
2. Die Ursache klaeren?
Da ist ein Flugschreiber und eine Videoaufzeichnung wichtig. Das Flugzeug ist beim Start gegen ein Schneepflug gefahren. Im Herbst ist ja immer mit Schneeverwehungen zu rechnen. Deshalb muss man auch auf dem Flugfeld pruefen, ob es schon geschneit hat. Wen will man denn das verkaufen? Wie heist es so schoen, Er war zur falschen Zeit am falschen Ort und hatte die falschen Freunde. Der Fahrer ist das Opfer und wird vielleicht mit einem Anwalt zu einer geringen Strafe verurteilt. Es ist ja ein Unfall. Dies ist in Russland ein weit gedehntrr Begriff.
maikalex 22.10.2014
3. evtl. ganz anders
Bevor man also mit dümmlichen Vorverurteilungen oder mit an den Haaren herbeigezogenen Verschwörungstheorien daherkommt, wie bei dem abgeschossenen Jet in der Ukraine, sollte man die russischen und französischen Unfall-Untersucher ihre Arbeit machen lassen. Die scheinen mir auf jeden Fall zuverlässiger als die niederländischen, ukrainischen und malaysischen "Experten", die nach einem halben Jahr immer noch nicht den Abschuss von MH 17 aufgeklärt haben. Vielleicht war die Ursache für den Zusammenstoß mit dem Schneepflug auch ein ganz anderer: Es gibt auch Piloten, die warten um Mitternacht nicht auf die Startfreigabe (oder haben sich verhört) und wollen nach Hause; oder das Flugzeug benötigt eine zu lange Startstrecke wegen zu geringer Beschleunigung, oder ... Sogar wenn man den Russen eine eventuelle parteiische Untersuchung unterstellen mag, die französischen Spezialisten verstehen sicher ihr Handwerk....
j.vantast 22.10.2014
4. Ob es hilft?
Wenn der Pilot wegen dem dichten Nebel den Schneepflug nicht gesehen hat werden die Kameras auch nichts hergeben können. Natürlich muss so ein Unfall untersucht werden, aber wer die Verhältnisse in Russland kennt weiss auch das so etwas in Russland eben passiert. Da verlieren LKW auch täglich Räder. Alltag in Russland.
Sonia 22.10.2014
5. Franzosen sind mit
einbezogen. Der Manager war ein Freund Putins und den Russen sehr wohlgesonnen. Sein Tod ist auch für die Russen ein sehr großer Verlust. Es ist wieder die Voreingenommenheit, dass der Schneepflugfahrer gleich schuldug gesprochen wurde. Warum das Flugzeug bei den desastrõsen Wetterverhãltnissen startete wird sicher auch geklãrt.
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