Flut in Thailand IT-Branche rechnet mit teureren Festplatten

Es mag zwar zynisch klingen, doch Verbraucher in aller Welt dürften die Folgen der Überschwemmungen in Thailand zu spüren bekommen. Weil die Produktion in weiten Teilen ruht, rechnet die IT-Branche mit einer Preiserhöhung bei Festplatten. Doch wer bald kauft, dürfte noch günstiger wegkommen.
Geöffnete Festplatte: Flut in Thailand sorgt für Preiserhöhungen

Geöffnete Festplatte: Flut in Thailand sorgt für Preiserhöhungen

Foto: dapd

Berlin - Für die Menschen in Thailand ist das Hochwasser eine existentielle Bedrohung. Mehr als 500 Menschen sind seit Juli ums Leben gekommen, die materiellen Schäden werden auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt. Besonders Fabriken von Automobil- und Computerherstellern sind betroffen. Und dies könnte sich bald weltweit bemerkbar machen.

Angesichts der Not der Betroffenen, ist es nur eine Randnotiz der Katastrophe - doch sie könnte Preiserhöhungen bei Festplatten nach sich ziehen. Der IT-Branchenverband Bitkom teilte mit, die Massenspeicher seien seit Anfang September um durchschnittlich 80 Prozent teurer geworden. Grund seien die wegen des Hochwassers geschlossenen Fabriken in Thailand. Die Unternehmen liefern Komponenten ins Ausland. Laut Bitkom werden in Thailand mehr als ein Drittel aller Computer-Festplatten weltweit hergestellt. Das Land ist nach China der weltweit zweitgrößte Exporteur von Festplatten.

Auf bereits zusammengesetzte Computer habe der Engpass derzeit noch keine preislichen Auswirkungen, teilte Bitkom mit. Wer sich also aktuell einen PC kauft, dürfte die Preissteigerungen nicht zu spüren bekommen. Im Gegenteil: Laut Statistischem Bundesamt sind die Preise für Notebooks im Oktober im Vergleich zum Vorjahr sogar um 21 Prozent gesunken.

Regierung gewährt Firmen Steuererleichterungen

Als Datenbasis für die Preisanalyse zieht Bitkom die Angebote von 3500 Online-Händlern sowie 30.000 Ladengeschäften heran. Nach Angaben des Verbands ist die Weltproduktion an Festplatten insgesamt um ein Viertel zurückgegangen. Die Hersteller arbeiten intensiv daran, ihre Fabriken wieder in Betrieb zu nehmen oder die Produktion an anderen Standorten zu erhöhen.

Bereits Ende Oktober warnte der Hersteller Western Digital vor Preissteigerungen infolge des Hochwassers. Demnach waren die Festplattenpreise zu diesem Zeitpunkt bereits um 20 Prozent gestiegen.

Die thailändische Regierung bemüht sich, die wirtschaftlichen Schäden des Hochwassers in den Griff zu bekommen. Betroffene Unternehmen sollen staatliche Unterstützung bekommen. Es soll Steuererleichterungen geben, zudem wurden Regeln zur Einstellung von ausländischen Mitarbeitern gelockert, um die Beseitigung der Schäden voranzutreiben.

mmq