Agrarrohstoffe BayernLB beendet Wetten auf Nahrungsmittel

Keine Spekulationen mehr, auch nicht indirekt: Mit der BayernLB zieht sich eine weitere öffentliche Bank aus dem Geschäft mit Agrarrohstoffen zurück. Aktivisten fordern private Institute wie die Deutsche Bank auf, dem Beispiel zu folgen.

Getreideernte: Letzte öffentliche deutsche Bank steigt aus Spekulation aus
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Getreideernte: Letzte öffentliche deutsche Bank steigt aus Spekulation aus


München - Die BayernLB steigt komplett aus der Spekulation auf Nahrungsmittelpreise aus. Einen entsprechenden Bericht der Nichtregierungsorganisation Oxfam bestätigte ein Sprecher der Bank gegenüber SPIEGEL ONLINE. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich viele öffentliche Institute aus dem umstrittenen Geschäft zurückgezogen, darunter die LBBW, Deka sowie die Fondsgesellschaft der Landesbank Berlin.

Auch die BayernLB hatte bereits 2012 einen Beschluss gefasst, keine Investmentfonds mit Agrarrohstoffderivaten mehr anzubieten. Ihre Tochter BayernInvest Luxembourg diente jedoch bislang als Verwaltungsgesellschaft eines Rohstofffonds, der auch auf Preisentwicklungen bei Nahrungsmittel setzt.

Oxfam und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung hatten Vorstand und Aufsichtsrat der BayernLB aufgefordert, auch diese Geschäfte zu beenden. Das sei mittlerweile geschehen, heißt es in einer E-Mail der Bank, aus der Oxfam zitiert. Man habe mit dem Fonds Gespräche über eine "einvernehmliche Lösung" aufgenommen, dieser Prozess sei "bereits fortgeschritten".

"Wir begrüßen den konsequenten Schritt der BayernLB", sagte David Hachfeld von Oxfam. "Nahrungsmittel sind kein Anlageobjekt, mit dem am Finanzmarkt spekuliert werden darf." Nun biete keine öffentliche Bank in Deutschland mehr Rohstofffonds an, auch die Commerzbank und die Volksbanken hätten sich davon verabschiedet. Gleichzeitig griff der Oxfam-Handelsexperte die Deutsche Bank und die Allianz an. Diese sollten "nun endlich erkennen, dass man nicht mit Essen spielt und ihre Fonds mit Nahrungsmittelderivaten einstellen".

Erst vor kurzem hatte sich jedoch die Allianz in einem offenen Brief gegen die Vorwürfe von Oxfam und anderen Organisationen wie Attac oder Misereor gewehrt, zur Verteuerung von Lebensmitteln beizutragen und so das Hungerrisiko in armen Ländern zu erhöhen.

dab/fdi

insgesamt 66 Beiträge
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Europa! 23.10.2013
1. Populismus
Zitat von sysopDPAKeine Spekulationen mehr, auch nicht indirekt: Mit der BayernLB zieht sich eine weitere öffentliche Bank aus dem Geschäft mit Agrarrohstoffen zurück. Aktivisten fordern private Institute wie die Deutsche Bank auf, dem Beispiel zu folgen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fonds-fuer-agrar-rohstoffe-bayernlb-beendet-wetten-auf-nahrungsmittel-a-929499.html
Ernten müssen vorfinanziert werden. Das werden die Banken auch weiter tun müssen. Sonst können die Bauern nicht existieren. Wenn sich die Banken dabei über Derivate nicht absichern können, steigen für die Bauern die Zinsen. Dann wollen sie mehr Subventionen. Am Ende zahlt also der Steuerzahler wieder mal für die Gutmenschen.
Gerüchtsvollzieher 23.10.2013
2. Chapeau!
Zitat von Europa!Ernten müssen vorfinanziert werden. Das werden die Banken auch weiter tun müssen. Sonst können die Bauern nicht existieren. Wenn sich die Banken dabei über Derivate nicht absichern können, steigen für die Bauern die Zinsen. Dann wollen sie mehr Subventionen. Am Ende zahlt also der Steuerzahler wieder mal für die Gutmenschen.
Aber die Wahrheit will bestimmt wieder kein Gutmensch lesen...
spon-spezi 23.10.2013
3. schade
schade dass die Bank dem Druck dieser Populisten nicht stand gehalten hat.
sample-d 23.10.2013
4.
Zitat von Europa!Ernten müssen vorfinanziert werden. Das werden die Banken auch weiter tun müssen. Sonst können die Bauern nicht existieren. Wenn sich die Banken dabei über Derivate nicht absichern können, steigen für die Bauern die Zinsen. Dann wollen sie mehr Subventionen. Am Ende zahlt also der Steuerzahler wieder mal für die Gutmenschen.
Wenn Sie mit "für die Gutmenschen" ausdrücken wollen, dass eine unmoralische Wirtschaft sinnvoll und folgerichtig ist folgen Sie genau der Logik die unsere Welt vor die Wand fährt... Diese Kausalkette ist nicht sinnvoll, weil Sie weder wissen ob es zu Zinserhöhungen noch zu einer Subventionssteigerung kommen wird.
spon-facebook-10000283853 23.10.2013
5. Wie bitte?!
Zitat von sysopDPAKeine Spekulationen mehr, auch nicht indirekt: Mit der BayernLB zieht sich eine weitere öffentliche Bank aus dem Geschäft mit Agrarrohstoffen zurück. Aktivisten fordern private Institute wie die Deutsche Bank auf, dem Beispiel zu folgen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fonds-fuer-agrar-rohstoffe-bayernlb-beendet-wetten-auf-nahrungsmittel-a-929499.html
Wurde nicht mal in einem klaren Moment in SPON ganz deutlich dargelegt, dass "wetten auf Lebensmittel" eine sehr gute Sache ist - dass Ernteausfälle so abgefedert werden ... Lassen sich hier wieder Firmen von Aktivisten vor sich her treiben, die durch Manipulation und Halbwahrheiten an die niedrigsten Instinkte appellieren. Es ist zum Verzweifeln ...
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