Bis zu 3200 Stellen allein in Köln IG Metall befürchtet massiven Jobabbau bei Ford

Das Ford-Werk in Köln soll eigentlich Standort für Elektromodelle des Konzerns werden. Dennoch könnten zahlreiche Arbeitsplätze auf der Kippe stehen – fürchtet die Gewerkschaft. Und nicht nur dort.
Ford-Fertigung in Köln: »Die Lage ist für die Beschäftigten erschütternd«

Ford-Fertigung in Köln: »Die Lage ist für die Beschäftigten erschütternd«

Foto:

Oliver Berg / dpa

Beim Autobauer Ford könnte nach Angaben von Arbeitnehmervertretern der Abbau zahlreicher Arbeitsplätze bevorstehen – im großen Stil im Werk in Köln, aber auch an anderen Standorten in Europa. Sollte das Management sein bisheriges Vorhaben durchsetzen, könnten bis zu 3200 der 14.000 Stellen in Köln wegfallen, sagte die Vizebetriebsratschefin der Ford-Werke, Katharina von Hebel. »Die Lage ist für die Beschäftigten erschütternd.«

IG-Metall-Sprecher Paul Hecker sagte im Anschluss an eine Betriebsversammlung, angesichts der Zahlen, welche das Unternehmen dem Betriebsrat vorgelegt habe, fürchte er europaweit um bis zu zwei Drittel der Arbeitsplätze in der Entwicklung. Besonders stark betroffen seien die deutschen Standorte.

Die jetzigen Personalpläne begründet das Management laut Gewerkschaft unter anderem mit einer Zentralisierung in den USA. Demnach ist etwa die Verlagerung von Entwicklungstätigkeiten in die USA geplant. »Ford setzt die Axt an der eigenen Zukunft an«, sagte Hecker. Er sehe »die Gefahr, dass sich Ford von einem globalen Anbieter zu einem nicht mehr globalen Unternehmen entwickelt.« Das Unternehmen will sich nicht zu Spekulationen über eine mögliche Umstrukturierung äußern.

Drohende Streiks

Sollte die Konzernleitung ihre Pläne nicht überdenken und keine verbindliche Zusage für Folgeprojekte geben, die auch die Entwicklung mit einbezögen, »sind wir auf alle Fälle bereit«, sagte Hecker. Die IG Metall werde nicht vor Maßnahmen zurückschrecken, die das Unternehmen in Deutschland und europaweit empfindlich treffen könnten.

Ford ist im Umbruch, der lange auf Verbrennungsmotoren fokussierte US-Autokonzern brachte sich erst relativ spät auf Elektrokurs – und investiert seither Milliarden, etwa in den Umbau des Kölner Werkes.

Am Standort Saarlouis indes läuft die Produktion des Focus 2025 aus, 4500 Arbeitsplätze sind in der Schwebe. In einem Schreiben an die Belegschaft hatte Ford-Deutschland-Chef Martin Sander erst vor kurzer Zeit Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten in Köln »in nicht unerheblicher Anzahl« in Aussicht gestellt.

sol/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.