Sparprogramm Ford schließt belgischen Standort Genk

Der US-Autobauer macht Ernst: Ford will die Produktion am belgischen Standort Genk einstellen. Es ist bereits die zweite Autofabrik innerhalb weniger Jahre, die in der Region schließen muss.

Ford-Werk in Genk: Kampf um 4300 Arbeitsplätze
REUTERS

Ford-Werk in Genk: Kampf um 4300 Arbeitsplätze


Köln - Der Schritt trifft rund 4300 Beschäftigte, 5000 weitere Arbeitsplätze hängen vom Werk ab: Der US-Autobauer Ford Chart zeigen will wegen der Absatzkrise in Europa seine Produktion am belgischen Standort Genk bis Ende 2014 beenden. Das kündigte Ford Europe am Mittwoch in Köln an. Die Gewerkschaft CSC Metea sprach von einer "bitteren Pille für die gesamte Region".

Ford wolle seine Autoproduktion in Europa umbauen und damit auf die Änderungen des Marktes reagieren, hieß es zur Begründung. Künftig soll die Produktion der Fahrzeuge Ford Mondeo, S-Max und Galaxy nach Valencia in Spanien und von dort die Fertigung des C-Max und Grand C-Max nach Saarlouis im Saarland verlagert werden.

Wie zahlreiche andere Hersteller auch leidet Ford in Europa unter sinkenden Absatzzahlen. Der Umbau der europäischen Produktion sei ein wesentlicher Teil eines Plans, um das Unternehmen wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zu führen, sagte Ford-Europa-Chef Stephen Odell. Für das Europageschäft von Ford rechnen Experten in diesem Jahr mit mehr als einer Milliarde Dollar Verlust. An den deutschen Standorten von Ford in Saarlouis und Köln sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 ausgeschlossen.

Belgische Gewerkschafter riefen die Regierung auf, sich für den Erhalt des Werks einzusetzen. Es ist bereits die zweite Autofabrik innerhalb weniger Jahre, die in Flandern schließt. Im Oktober 2010 hatte der Autobauer Opel im Zuge seines Sanierungskurses das Werk im belgischen Antwerpen mit einst 2500 Beschäftigten dicht gemacht.

Über die Zukunft des Ford-Werkes in Genk wurde schon länger spekuliert. Erst vor wenigen Wochen hatte der US-Autobauer für seine europäischen Standorte ein Spar- und Abfindungsprogramm aufgelegt. Danach sollen unter anderem in Deutschland und Großbritannien mehrere hundert Arbeitsplätzen wegfallen.

fdi/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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karlsiegfried 24.10.2012
1. Bauernregel
Es kann nur produziert werden, was auch verkauft werden kann.
bürger 29 24.10.2012
2. So ist das
wenn der Europäer lieber ein Auto aus Korea oder Rumänien kauft um sich einige Euro für den neuen Flachbildfernseher " Made in China" zu sparen, den er dann kostengünstig übers Internet bestellt. Die Lieferung erfolgt dann über einen Subunternehmer des Subunternehmers der Post, der sich bei einem Stundenlohn von 5 Euro billige ägptische Kartoffeln kauft, die mit viel CO2 nach deutschland verschifft werden.
Matzescd 24.10.2012
3.
Zitat von bürger 29wenn der Europäer lieber ein Auto aus Korea oder Rumänien kauft um sich einige Euro für den neuen Flachbildfernseher " Made in China" zu sparen, den er dann kostengünstig übers Internet bestellt. Die Lieferung erfolgt dann über einen Subunternehmer des Subunternehmers der Post, der sich bei einem Stundenlohn von 5 Euro billige ägptische Kartoffeln kauft, die mit viel CO2 nach deutschland verschifft werden.
Naja... der Koreaner kommt aus Tschechien oder der Slowakei. Der Dacia aus Rumänien (okay... nicht alle.... manche kommen aus Marokko) Das sind zumindest auch (meist) europäische Arbeitsplätze. Der VW kommt aus Brasilien, Tschechien, Portugal, demnächst aus Indien, der Porsche aus Tschechien, der Opel aus Spanien oder Tschechien. Die meisten (lokalen) Japaner werden auch hier (Europa) gebaut... Ist es nicht egal, ob ich einen belgischen oder einen tschechischen Arbeitsplatz sichere? Ach ja: Welche Flachbildfernseher kommen denn WIRKLICH noch aus Deutschland? Loewe jedensfalls nicht. Die werden hier nur zusammengeschraubt. U-Elektronik, die zu fast 100% nicht mehr aus Deutschland kommt, mit Autos zu vergleichen funktioniert nicht. Man sollte lngsam mal aufhören in "made in Germany" zu denken. "Made in Europe" ist oft noch bezahlbar machbar.
einbelgier 24.10.2012
4.
Zitat von sysopREUTERSDer US-Autobauer macht Ernst: Ford will die Produktion am belgischen Standort Genk einstellen. Es ist bereits die zweite Autofabrik innerhalb weniger Jahre, die in der Region schließen muss. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ford-schliesst-standort-genk-in-belgien-a-863116.html
Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen müsste Köln geschlossen werden. Da man aber Werksschließungen politisch und ökonomisch besser im kleinen Belgien als im grossen Deutschland durchsetzen kann, muss eben der Standort Genk dran glauben. Ungeschoren werden aber auch die Deutschen Standorte nicht davon kommen; weder bei Opel noch bei Ford.
axelkli 24.10.2012
5. Joschka Fischer....
...hat vor einigen Jahren mal gesagt, die Autoindustrie Europas sei die Kohleindustrie von morgen. Da ist leider was dran.
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