Nürburgring Ecclestone erwägt angeblich Kauf

Gibt es Hoffnung für den Nürburgring? Formel-1-Boss Bernie Ecclestone erwägt angeblich den Kauf der pleitebedrohten Rennstrecke. Beobachter halten den Vorstoß für eine Nebelkerze.

Formel-1-Chef, Bernie Ecclestone: Erwägt den Kauf des insolventen Nürburgrings
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Formel-1-Chef, Bernie Ecclestone: Erwägt den Kauf des insolventen Nürburgrings


Nürnburg - Formel-1-Boss Bernie Ecclestone will nach eigenen Angaben den insolventen Nürburgring kaufen. Konkrete Bedingungen und Preisvorstellungen soll Ecclestone aber nicht mitgeteilt haben, berichtet die Tageszeitung "Rheinpfalz". In einem Interview mit der Bild-Zeitung sagte der 81-Jährige, dass er möglicherweise schon "sehr bald" nach Deutschland kommen werde: "Ich will die Leute vom Nürburgring treffen. Wir wollen sehen, ob wir ihnen helfen können. Sie sind in finanziellen Schwierigkeiten."

Bereitschaft, als Veranstalter auf eigenes Risiko in der Eifel aufzutreten, soll bei Ecclestone nach Angaben des "Rheinpfalz"-Berichts aber nicht bestehen. Beobachter halten den Vorstoß des oft undurchschaubaren Unternehmers für eine Nebelkerze. Ecclestone dementierte nämlich, dass er sich bereit erklärt habe, künftig auf die Zahlung einer Fahrerfeld-Gebühr zu verzichten.

Genau dies hatten die privaten und mittlerweile gekündigten Nürburgring-Pächter Kai Richter und Jörg Lindner aber behauptet. Ihren Angaben zufolge wurde mit Ecclestone ein Konzept gefunden, bei dem künftig Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring ohne Zuschüsse des Landes auskommen.

Linder selbst sagte der Wochenzeitung "Die Zeit", dass er mit der privaten Nürburgring Automotive GmbH (NAG) bei einer Ausschreibung des Nürburgrings mitbieten werde. "Wir werden uns, wenn eine Ausschreibung auf dem Tisch liegt, Gedanken darüber machen, ob und in welcher Form wir uns an dieser Ausschreibung beteiligen - selbstverständlich", wird Lindner zitiert.

Die staatliche Nürburgring GmbH hatte am Freitag Insolvenz beantragt. Der vorläufige Gläubigerausschuss hatte daraufhin einem Verfahren in Eigenverantwortung zugestimmt. Der Sanierungsgeschäftsführer des Unternehmens und der Tochterfirmen, Thomas B. Schmidt, kündigte am Mittwoch an, dass langfristig eine Privatisierung des Nürburgrings vorgesehen ist. Diese könne aber erst erfolgen, wenn die Trennung von der NAG vollzogen sei. Dann solle weltweit auf die Suche nach Investoren gegangen werden.

lei/dapd/sid



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