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20. Mai 2019, 20:03 Uhr

Kaufhaus-Witwe, Oligarch, Orbán-Strohmann

Das sind die Bosse aus dem Strache-Video

Von Anton Rainer und

Im Ibiza-Video prahlt Heinz-Christian Strache, Magnaten wie der Waffenbauer Glock und die Horten-Erbin würden der FPÖ spenden. Die Milliardäre dementieren. Trotzdem haben einige Berührungspunkte mit den Rechten.

Seit Freitag erschüttert ein Video Österreichs Politik, in dem es vor allem um eines geht: Geld, das ist das überwölbende Thema. Heinz-Christian Strache wollte es offenbar für seine FPÖ einwerben, entweder als Spende - oder eben als Investition in Meinungsmacht, etwa durch eine Übernahme der "Kronen Zeitung", von der die angebliche Oligarchennichte spricht.

Strache ist als Reaktion auf die Berichterstattung von SPIEGEL und "Süddeutscher Zeitung" inzwischen von seinem Amt als Vizekanzler und weiteren Posten zurückgetreten. Kanzler Sebastian Kurz strebt Neuwahlen an.

In dem Video ist zu sehen, wie Strache die Frau umwirbt, die sich als reiche Russin ausgibt. Er rattert dabei Namen herunter, potente Geldgeber, die seine FPÖ angeblich schon auf ihrer Seite wisse. Teilweise hört Strache sich da an, als hätte er kurz zuvor noch einen Blick auf die "Forbes"-Liste der reichsten Österreicher geworfen.

Pistolenpionier Gaston Glock (Platz 9 bei "Forbes") soll darunter sein, Kaufhaus-Witwe Heidi Horten (Rang vier), Immobilien-Milliardär René Benko (Platz drei), und natürlich fällt auch der Name des Red Bull-Besitzers Dietrich Mateschitz, laut "Forbes" der reichste Mann des Landes überhaupt.

Die vermeintlichen Großspender haben alle dementiert. Geld sei von ihnen an die FPÖ nie geflossen, weder direkt, noch über die Kanäle eines parteinahen Vereins. Einige haben dennoch enge Kontakte zu Straches Partei geknüpft.

Um welche Wirtschaftsführer dreht sich das Strache-Video?
Milliardäre, FPÖ-Gegner - und ein Moskauer Oligarch, der offenbar aus allen Wolken gefallen ist. Der Überblick:

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