Politische Posten in Konzernen Wo die FPÖ weiterregieren kann

Nach der Ibiza-Krise in Österreich musste die FPÖ ihre Ministerposten aufgeben. Doch in den eineinhalb Jahren seit Regierungsbildung haben Straches Kameraden wichtige Stellen in staatsnahen Unternehmen besetzt.

Achim Kaspar, Kathrin Glock, Peter Sidlo (von links)
VERBUND/ Rudolf Gigler/ imago images/ Christof Wagner

Achim Kaspar, Kathrin Glock, Peter Sidlo (von links)

Von Anton Rainer


Als die FPÖ nach der Nationalratswahl Jahr 2017 an die Regierung kam, lag ihr viel daran, ein altes Unrecht gutzumachen. Über Jahre hatten schwarz-rote Koalitionäre kräftig am Wiener Postenkarussell gedreht und, wie in Österreich üblich, Aufsichtsräte und Vorstände in staatsnahen Großbetrieben im politischen Sinne "eingefärbt".

Heinz-Christian Strache und seine Rechtspopulisten, die noch in der Opposition laut gegen den "Postenschacher" angeschrien hatten, machten es nicht anders, als sie selbst in die Regierung kamen. Sie entsandten ihre Leute in die wichtigen Gremien von Bahn, Nationalbank, Casinos und vielen mehr. Mittlerweile sitzen so viele FPÖ-Leute an den wichtigen Schaltstellen der Wirtschaft wie nie zuvor. Einige weitere hätten noch folgen sollen.

Doch das vergangene Wochenende hat diese Pläne nun vorerst gestoppt: Der Vizekanzler Strache ist als Reaktion auf die Ibiza-Berichterstattung von SPIEGEL und "Süddeutscher Zeitung" zurückgetreten, die FPÖ sitzt nicht mehr auf den Ministerposten. Der Einfluss der blauen Regierungsbeteiligung wird trotzdem noch lange zu spüren sein.

Welche FPÖ-Vertreter haben in den Großbetrieben das Sagen? Die Ehefrau eines Waffenfabrikanten, ein ehemaliger Wehrsportler - und "Straches eiserne Lady", die an rechte Parteien spendet. Ein Überblick:

insgesamt 23 Beiträge
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gigi76 25.05.2019
1. An den Haaren herbeigezogen
Faktisch besteht ein Unterschied zwischen Parteinah und mit Parteibuch. Und wenn man danach die Posten durchzählt, sieht man immer noch die SchwarzRote Schieflage.
claus7447 25.05.2019
2. Sie werden dann fallen,
...wenn es Unregelmässigkeiten gibt. Man wird ihnen täglich genau auf die Finger schauen. Ich vertraue nach wie vor an die Gewaltenteilung und Justiz in Österreich.
rainer82 25.05.2019
3. Die Hauptsache ist doch jetzt,
dass Vertreterinnen und Vertreter demokratischer Parteien in solchen Gremien sitzen und nicht Neo-Faschisten, Rechtspopulisten und Typen, die den Staat für sich vereinnahmen und die Demokratie beseitigen wollen. Die zukünftige österreichische Regierung wird darum gut daran tun, die Rechtsextremisten bei der nächsten rechtlich möglichen Gelegenheit aus ihren Ämtern zu entfernen. Denn nur die dümmsten Kälber....
grünerführer 25.05.2019
4. Unterschied zu CDU...SPD?? Ich versteh den Artikel nicht?
Sorry, die etablierten Parteien und die Medien haben mich über Jahre konditioniert: Das ist normal. Das wird immer so gemacht. Nach den Wahlen kamen Sprüche: Man sollte Politiker nicht daran messen was sie vor einer Wahl gesagt haben, etc. So habe ich das verinnerlicht, daher lässt es mich kalt, ob die unbeliebten rechten "Populisten" das genauso machen, entgegen ihrer Verlautbarungen vor den Wahlen (die soll ich ja nicht benutzen zum Vergleich laut Merkel und Müntefering!) Linke "Populisten", rechte "Populisten", Grüne "Populisten", Liberale "Populisten"... Das ist ja verwirrender als Game of Thrones. Gott sei dank, haben wir die etablierten Medien um uns aufzuklären warum ihre beliebte politische Richtung die Guten sind. Vielen Dank für die Konditionierung und politische Erziehung.
josho 25.05.2019
5. Die FPÖ wird wackeln....
....aber nicht fallen. Dazu sind die Strukturen zu verfestigt und nicht alle in der Partei sind so blauäugig wie Strache. Schon in wenigen Wochen ist diese Sache ausgestanden und er wird als Opfer in die Geschichte eingehen. Schon im Herbst wäre eine Neuauflage der Koalition mit Herrn Kurz vorstellbar.
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