Doppelbelastung für Frank Appel Post-Chef wird neuer Telekom-Aufsichtsratschef

Bis Mai des kommenden Jahres hat er nun zwei Jobs bei großen deutschen Unternehmen: Frank Appel übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz bei der Telekom. An der Personalentscheidung gibt es Kritik.
Bis Mai 2023 sowohl bei der Post als auch der Telekom aktiv: Frank Appel wird neuer Aufsichtsratsvorsitz bei der Telekom

Bis Mai 2023 sowohl bei der Post als auch der Telekom aktiv: Frank Appel wird neuer Aufsichtsratsvorsitz bei der Telekom

Foto: FREDERIC SCHEIDEMANN/EPA-EFE/REX

Der Vorstandschef der Deutschen Post, Frank Appel, führt künftig auch den Aufsichtsrat der Deutschen Telekom. Das Gremium des größten deutschen Telekommunikationskonzerns wählte Appel am Donnerstagabend im Anschluss an die Hauptversammlung zum Aufsichtsratsvorsitzenden, wie die Telekom mitteilte. Zuvor hatten die Telekom-Aktionäre den Weg für den Post-Chef frei gemacht, in Personalunion auch den Aufsichtsrat zu führen.

Zwar äußerte eine ganze Reihe von Aktionären Bedenken wegen der Doppelbelastung des Managers. Dennoch erhielt Appel auf dem Aktionärstreffen der Telekom in Bonn am Ende doch die notwendige Mehrheit für den Einzug ins Kontrollgremium. Appel tritt die Nachfolge von Ulrich Lehner an, der nach 14 Jahren aus dem Telekom-Aufsichtsrat ausscheidet.

Appel will Teil seiner Aufgaben bei der Post abgeben

Anfang Dezember hatte Appel erklärt, er habe sich »nach reiflicher Überlegung« dazu entschlossen, die Unternehmensführung der Deutschen Post abzugeben. Sein Vertrag dort läuft noch bis Anfang Mai 2023. Der 60-jährige Appel will gut ein Jahr lang eine Doppelfunktion wahrnehmen und auf dem Chefsessel der Post bleiben und zugleich an der Spitze des Telekom-Aufsichtsrats stehen. Bei etlichen Aktionärsvertretern kam das nicht gut an. Sie warnten vor einer zeitlichen Überbelastung Appels und verwiesen darauf, dass ein Regelwerk zur guten Unternehmensführung von so einer Doppelfunktion abrate.

Appel selbst verteidigte auf der Hauptversammlung seine Kandidatur. Er kündigte an, er werde in Kürze einen Teil seiner Aufgaben bei der Post abgeben, um genug Zeit für sein Aufsichtsratsmandat bei der Telekom zu haben. Außerdem habe er in der Vergangenheit schon mehrfach ähnliche Doppelbelastungen bewältigt – etwa als er in der Finanzkrise gleichzeitig Post-Chef und Aufsichtsratsvorsitzender der Postbank gewesen sei.

tfb/dpa/AFP
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.