Frankfurt EZB errichtet nun doch 185-Meter-Neubau

Die gesunkenen Rohstoffpreise machen es möglich: Die Europäische Zentralbank wird im Frankfurter Ostend nun doch spektakuläre Doppeltürme bauen. Losgehen soll es im kommenden Frühjahr.

EZB-Neubau: Neuer Akzent in der Frankfurter Skyline
dpa

EZB-Neubau: Neuer Akzent in der Frankfurter Skyline


Frankfurt am Main - Mit Verzögerung will die Europäische Zentralbank (EZB) nun doch ihren Neubau in Frankfurt am Main in Angriff nehmen. Der Rat der für den Euro zuständigen Notenbank beschloss am Donnerstag, im Frühjahr mit den Hauptarbeiten für die beiden ineinander verschlungenen Hochhaustürme im Stadtteil Ostend zu beginnen. Die Fertigstellung ist für 2014 geplant.

Dass die Entscheidung jetzt doch für den 500-Millionen-Euro-Neubau ausfiel, liegt vor allem an den im vergangenen Jahr dramatisch abgestürzten Rohstoffpreisen. Stahl und Zement sind so billig geworden, dass der Konstruktion der beiden spektakulären 185 Meter hohen Doppeltürme des Wiener Architektenbüro Coop Himmelb(l)au nichts mehr im Weg steht.

"Wir sind Nutznießer des Platzens der (Rohstoff-)Blase", räumte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi ein. Noch vor eineinhalb Jahren, als die Rohstoffpreise geradezu explodierten, wollte kein Generalunternehmer für den vorgegebenen finanziellen Rahmen das Projekt bauen.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zeigte sich aber erfreut, dass die mittlerweile erfolgte Aufteilung der Ausschreibung in zwölf Einzelpakete nun doch noch zu einem positiven Ergebnis geführt hat. Die dafür bislang eingegangenen Angebote lägen innerhalb des Budgets.

Oberbürgermeisterin Roth euphorisch

Zurzeit ist die EZB noch in beengten Verhältnissen im Hochhaus der ehemaligen Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) in der Frankfurter Innenstadt untergebracht. "Unser zukünftiger Sitz, die neue Heimat der EZB und des Euro, wird im Dienste der europäischen Bürgerinnen und Bürger für unsere Werte stehen", erklärte Trichet zu dem für April geplanten Baubeginn. Er fügte hinzu: "Wir freuen uns darauf, im Jahr 2014 umzuziehen." Der Neubau werde zur Entwicklung des Frankfurter Ostends beitragen, und das Hauptgebäude der ehemaligen Großmarkthalle bleibe erhalten.

Die Frankfurter Oberbürgermeisterin sprach von einer Entscheidung, die für Frankfurt von strategischer Bedeutung sei. "Die spektakulären Türme der EZB werden sicher bald zu einem neuen Wahrzeichen unserer Stadt werden. Die hervorragende Architektur wird in der ganzen Welt Aufmerksamkeit erregen", erklärte Roth.

Das Doppelhochhaus sei ein symbolträchtiges Zeichen für das zukunftsorientierte Finanzzentrum Frankfurt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten bedeute dieses wohl größte Bauvorhaben der nächsten Jahre schon in kürzester Zeit auch ein riesiges Auftragsvolumen für die regionale Bauwirtschaft.

böl/APD/dpa



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