Weil Deutschkenntnisse fehlen Frankfurter Flughafen will keine weiteren Aushilfskräfte aus der Türkei

Verspätungen, Ausfälle, verlorenes Gepäck: Um das Flughafenchaos am Airport zu lindern, wurde die Anwerbung von Hilfskräften aus dem Ausland erleichtert. Das Fraport-Management sieht darin für sich keine Lösung.
Gepäckwagen am Flughafen Frankfurt: Kaum Flughafenerfahrung, hohe Sprachbarriere?

Gepäckwagen am Flughafen Frankfurt: Kaum Flughafenerfahrung, hohe Sprachbarriere?

Foto: Fraport / photothek / IMAGO

Die Dienstleister am Frankfurter Flughafen wollen zunächst keine neuen Aushilfskräfte aus der Türkei anwerben. Das teilte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport mit. Die über einen türkischen Personaldienstleister angebotenen Kräfte verfügten nicht über die erwarteten Qualifikationen, sagte der Sprecher. Es fehle unter anderem an der avisierten Flughafenerfahrung und Deutschkenntnissen. Der Aufwand für entsprechende Schulungen entspreche bei einem auf drei Monate begrenzten Einsatz nicht dem erreichbaren Nutzen. Zuerst hatte darüber die »Frankfurter Rundschau« berichtet.

Nachdem die Flughafenbetreiber in den vergangenen Jahren massiv Stellen abgebaut hatten, war es im Sommer 2022 zu Personalengpässen gekommen – und zu chaotischen Wochen an den deutschen Flughäfen. Passagiere warteten teilweise wochenlang auf ihr Gepäck, Flüge wurden kurzfristig storniert oder umgebucht. Viele Airlines reduzierten ihren Flugbetrieb stark. Dazu kamen Streiks an mehreren Flughäfen.

Angesichts des Chaos' hatten die Verbände der Flughäfen und der Bodenabfertiger darauf gedrängt, mindestens 2000 Aushilfen aus der Türkei zu erleichterten Bedingungen etwa für die Gepäckdienste anheuern zu dürfen.

Nach der Abstimmung von drei Bundesministerien wurde schließlich der Prozess der Anwerbung erleichtert: Auf eine ursprünglich vorgeschriebene Prüfung, ob für die Jobs nicht doch deutsche Arbeitnehmer zur Verfügung stehen, sollte verzichtet werden. Dennoch gab es Kritik an den angeblich zu langwierigen Sicherheitsüberprüfungen durch die Länderbehörden.

Fraport meldet stabilen Betrieb

Anfang August noch hatte der Vorstandsvorsitzende des Arbeitgeberverbandes der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL), Thomas Richter, damit gerechnet, dass bis Mitte August etwa 250 ausländische Hilfskräfte an deutschen Flughäfen im Einsatz sein würden.

Der Frankfurter Flughafen aber habe seinen Betrieb stabilisiert und setze die eigenen Rekrutierungsbemühungen fort, sagte der Sprecher der Fraport AG. Seit Jahresbeginn habe man bereits mehr als 1000 Mitarbeiter neu eingestellt, die nach und nach in den benötigten Funktionen ankämen. Die Situation werde sich im Herbst weiter entspannen.

jlk/dpa
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