Frankreich Auch Supermärkte müssen bestimmte Abteilungen schließen

Bücher, Kleidung, Haushaltsgeräte – diese Produkte dürfen Frankreichs Supermärkte ab Dienstag nicht mehr verkaufen. Frankreich reagiert damit auf die Kritik der kleinen Läden, die im Corona-Lockdown geschlossen sind.
Kundin in einem Supermarkt in Paris

Kundin in einem Supermarkt in Paris

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Francois Mori/ dpa

Nach den Protesten französischer Bürgermeister und Repräsentanten großer städtischer Ballungsräume gegen die neuen Corona-Regeln müssen Einkaufszentren und Supermärkte ihre Abteilungen für nicht "lebenswichtige" Produkte schließen. Damit will Premierminister Jean Castex Gleichheit herstellen - denn es sei jetzt nicht der Zeitpunkt, um angekündigte Maßnahmen zurückzuziehen, sagte Castex im Fernsehsender TF1 am Sonntagabend. Die Produkte, deren Verkauf derzeit in kleinen Geschäften verboten sei, dürften ab Dienstag auch in den Einkaufszentren und Supermärkten nicht mehr angeboten werden.

Zahlreiche lokale und regionale Politiker haben die neue Corona-Regel zur Schließung von Läden mit nicht lebenswichtigen Produkten kritisiert, weil sie zu Ungleichheiten führe. Zu den nicht lebensnotwendigen Geschäften gehören unter anderem Buch- und Kleiderläden, nicht jedoch Weinhändler, Baumärkte und Gartengeschäfte. Viele Bürgermeister fürchten um die Existenz von Geschäften, die gegen die Konkurrenz großer Einkaufszentren kämpfen.

Mehr als 1,3 Millionen Franzosen infiziert

Seit Freitag herrscht in Frankreich wieder ein landesweiter Lockdown. Nur lebenswichtige Wirtschaftszweige, der öffentliche Dienst und Schulen bis zur Mittelstufe dürfen geöffnet bleiben. Die strikten Maßnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten. In dem 67-Millionen-Einwohner-Land liegt die Zahl der Infizierten bei mehr als 1,3 Millionen.

caw/dpa
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