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02. Oktober 2013, 15:47 Uhr

Frankreich

Gericht verurteilt Ryanair wegen Beschäftigungstricks

Wieder Ärger für Europas größten Billigflieger Ryanair: Ein französisches Gericht verurteilte die Fluggesellschaft zur Zahlung von Schadensersatz in Millionenhöhe. Das Unternehmen soll Mitarbeiter in Marseille beschäftigt, aber in Irland angemeldet haben.

Paris - Der Billigflieger Ryanair ist wegen Verstößen gegen das französische Sozialrecht zu einer Geldstrafe und Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt worden. Ein Gericht in Aix-en-Provence sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass die Beschäftigungspraxis des Unternehmens am Standort Marseille-Marignane illegal war. Das irische Unternehmen hatte dort jahrelang vier Maschinen stationiert. Die knapp 130 Beschäftigten waren allerdings nicht in Frankreich, sondern in Irland angemeldet.

Ryanair soll nun unter anderem für die in Frankreich nicht gezahlten Sozial- und Rentenabgaben Schadensersatz leisten. Der Betrag wird auf bis zu zehn Millionen Euro geschätzt. Als Geldstrafe legte das Gericht zudem eine Summe in Höhe von 200.000 Euro fest. Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, den Gegenwert von vier Flugzeugen vom Typ Boeing 737 als Ausgangsbasis für eine Verurteilung zu nehmen. Das Gericht lehnte dies aber ab. Eine Boeing 737 kostet laut Listenpreis mindestens 56 Millionen Euro.

Ryanair hatte bereits vor der Urteilsverkündung angekündigt, gegen einen möglichen Schuldspruch Einspruch einzulegen. Nach Auffassung der Fluggesellschaft war es legal, die Abgaben für die Beschäftigten in Irland zu entrichten.

stk/dpa/AFP

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