Frankreich Gericht verurteilt Ryanair wegen Beschäftigungstricks

Wieder Ärger für Europas größten Billigflieger Ryanair: Ein französisches Gericht verurteilte die Fluggesellschaft zur Zahlung von Schadensersatz in Millionenhöhe. Das Unternehmen soll Mitarbeiter in Marseille beschäftigt, aber in Irland angemeldet haben.

Ryanair-Flugzeug: Ärger in Frankreich
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Ryanair-Flugzeug: Ärger in Frankreich


Paris - Der Billigflieger Ryanair ist wegen Verstößen gegen das französische Sozialrecht zu einer Geldstrafe und Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt worden. Ein Gericht in Aix-en-Provence sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass die Beschäftigungspraxis des Unternehmens am Standort Marseille-Marignane illegal war. Das irische Unternehmen hatte dort jahrelang vier Maschinen stationiert. Die knapp 130 Beschäftigten waren allerdings nicht in Frankreich, sondern in Irland angemeldet.

Ryanair soll nun unter anderem für die in Frankreich nicht gezahlten Sozial- und Rentenabgaben Schadensersatz leisten. Der Betrag wird auf bis zu zehn Millionen Euro geschätzt. Als Geldstrafe legte das Gericht zudem eine Summe in Höhe von 200.000 Euro fest. Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, den Gegenwert von vier Flugzeugen vom Typ Boeing 737 als Ausgangsbasis für eine Verurteilung zu nehmen. Das Gericht lehnte dies aber ab. Eine Boeing 737 kostet laut Listenpreis mindestens 56 Millionen Euro.

Ryanair hatte bereits vor der Urteilsverkündung angekündigt, gegen einen möglichen Schuldspruch Einspruch einzulegen. Nach Auffassung der Fluggesellschaft war es legal, die Abgaben für die Beschäftigten in Irland zu entrichten.

stk/dpa/AFP



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Sabi 02.10.2013
1. Modell
Das ist doch das Geschäftsmodell des Billigfliegers : Hier und da, überall Tricksen ! Wie können sonst billige Preise rauskommen ? Nicht durch Zauberei und Magie !!!
suedseefrachter 02.10.2013
2.
Zitat von SabiDas ist doch das Geschäftsmodell des Billigfliegers : Hier und da, überall Tricksen ! Wie können sonst billige Preise rauskommen ? Nicht durch Zauberei und Magie !!!
Kein Problem dann entlässt man die Leute in Frankreich einfach und stellt Wanderarbeiter aus Rumänien ein. Bevor der französische Staat Unternehmen bestraft sollte dieser erst mal selber für seine Misswirtschaft abgestraft werden. Wer verlangte mehr als 40 Jahre Gehälter für alle Politiker und Berater die bis Dato nichts Reihe gebracht haben, das war nicht Ryan Air. Der Staat solle eine Vorbildswirkung haben? Von wegen! Selber permanent das Recht biegen (notfalls auch verändern) bis zum geht nicht mehr aber andere die wirklich mal was bewegen abstrafen. Jede Person die dem Lissabon Vertrag zugestimmt hat hat gegen den Willen des Volkes gestimmt und wird nicht abgestraft (und dort sind Paragraphen enthalten welche der Rüstungsindustrie zuspielen). Ich will hier genauso Millionenforderungen sehen, diese sind schon längst überfällig.
zzipfel 02.10.2013
3. Wird sich gut aufs Investitionsklima in Frankreich ...
... auswirken. Aber das ist den Richtern egal, Geld für Gehälter kann man ja drucken und muss es nicht erwirtschaften. Ich würde mich nicht wundern, wenn Flugzeuggesellschaften künftig keine Maschinen in FR stationieren - abgesehen von der - ach so erfolgreichen - Air France ;-)
westerwäller 02.10.2013
4. Dort die Sozialleistungen bezahlen, wo ...
Zitat von sysopGetty ImagesWieder Ärger für Europas größten Billigflieger Ryanair: Ein französisches Gericht verurteilte die Fluggesellschaft zur Zahlung von Schadensersatz in Millionenhöhe. Das Unternehmen soll Mitarbeiter in Marseille beschäftigt, aber in Irland angemeldet haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/frankreich-gericht-verurteilt-ryanair-wegen-beschaeftigungstricks-a-925837.html
... die Leute arbeiten! (z.B. in China, Indien, Vietnam etc.)
pepe_sargnagel 02.10.2013
5.
Zitat von SabiDas ist doch das Geschäftsmodell des Billigfliegers : Hier und da, überall Tricksen ! Wie können sonst billige Preise rauskommen ? Nicht durch Zauberei und Magie !!!
Dann zahlen Sie höhere Preise und schon ist das Problem behoben?! Welcher Unternehmer würde nicht die möglichen Schlupflöcher nutzen, um die Gewinnspanne noch weiter zu steigern? Das ist auch nicht verwerflich, wenn es nicht unrecht ist. Das Problem ist, dass Unternehmen und deren Handeln zu selten überprüft werden. Und je seltener geprüft wird, desto dreister wird man - das ist logisch, denn viele solcher "Untaten" verjähren auch. Zudem handelt es sich um Arbeitgeber. Und die kann doch gar keiner ordentlich bestrafen, da sonst Arbeitsplätze verloren gingen und die Richter ein Unheil übers Land bringen. Genau aus diesem Grund kann man Großbanken auch nicht abstrafen - sie sind systemrelevant. Und deswegen werden sie auch weiterhin tricksen (und betrügen).
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