Wegen Sponsor Airbnb Französischer Hotelverband droht mit Olympia-Boykott

2024 finden die Olympischen Sommerspiele in Paris statt. Der größte französische Hotelverband droht jetzt, sich nicht mehr an den Vorbereitungen zu beteiligen. Er will Airbnb nicht als Sponsor akzeptieren.

Kritik an IOC-Präsident Thomas Bach (links): Er hat Airbnb als Sponsor akzeptiert
Daniel LEAL-OLIVAS / AFP

Kritik an IOC-Präsident Thomas Bach (links): Er hat Airbnb als Sponsor akzeptiert


In Frankreich wächst der Widerstand gegen Airbnb als Olympia-Sponsor: Der französische Hotelverband Umih erklärte, er setze aus Protest gegen die US-Wohnplattform seine Teilnahme an den Vorbereitungen für die Sommerspiele in Paris 2024 aus. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Airbnb am Montag als neuen Sponsor präsentiert, dies gilt bis zu den Sommerspielen 2028 in Los Angeles.

Der französische Hotelverband Union des Métiers et des Industries de l'Hôtellerie (Umih) nannte dies bei seiner Jahresversammlung im Badeort Biarritz "unverschämt". "Die Hoteliers setzen ihre Teilnahme an der Organisation der Olympischen Spiele 2024 aus", heißt es in einer Umih-Mitteilung, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Nach Angaben der Pariser Organisatoren sind über den Verband bereits mehr als 40.000 Hotelzimmer reserviert.

Frankreich ist in Europa einer der größten Märkte für Airbnb. Die Hauptstadt Paris hat aber Auflagen verhängt - so darf die maximale Vermietdauer für eine Wohnung 120 Tage im Jahr nicht übersteigen.

"Airbnb ist ein Faktor, der zum Anstieg der Mietpreise beiträgt und den Mangel an Wohnungen auf dem Mietmarkt verschärft", sagte jüngst die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Sie hatte IOC-Chef Thomas Bach einen Brief geschrieben, um ihn "vor den Risiken und Konsequenzen" eines Deals mit dem Apartmentvermittler zu warnen.

hej/AFP



insgesamt 34 Beiträge
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neurobi 21.11.2019
1. Sehr gut!
Ich wünsche den Hoteliers viel Erfolg. Solche schmarotzende Unternehmen, die nachweislich auf Kosten anderer Gewinne erzielen, sollte die rote Karte gezeigt werden.
bunterepublik 21.11.2019
2. Gut so!!!
Der zerstörerische profitgierige Manchester-Kapitalismus muss mit harter Hand bekämpft werden. Die Franzosen zeigen es immer wieder, wie es geht. Die Profiteure der Schattenwirtschaft von AirBnB, Uber usw. müssen verfolgt und mit Bußgeldern belegt werden. Hier werden ganz offensichtlich von diesen neoliberalen Unternehmen, die ja nur "vermitteln", Tausende angestiftet, jeweils Dutzende von Gesetzen zu brechen, von Steuerhinterziehung bis zu Verstößen gegen das Baunutzungsrecht usw..
rechercher 21.11.2019
3. Das hat was
"Airbnb ist ein Faktor, der zum Anstieg der Mietpreise beiträgt und den Mangel an Wohnungen auf dem Mietmarkt verschärft", sagte jüngst die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Das hat was und die genannten negativen Auswirkungen dieser Art der Beherbergung sind, proportional zur Größe der betroffenen Stadt, für die einheimischen Mieter mehr oder minder spürbar. Andererseits, was kümmert das schon einen Thomas Bach?
Enes Scholkaldetten 21.11.2019
4. Notleidende Hotelliers ?
Der zerstörerische profitgierige Manchester-Kapitalismus im Hotelgewerbe muss mit harter Hand bekämpft werden. Wenn andere Leute die gleiche Leistung für die Hälfte anbieten, sollte mal das Geschäftsmodell überdacht werden. Dies könnte auch zu einer Steigerung im Service führen. All diese "VERBIETEN!!1!" Rufe kommen ja üblicherweise von den Grünen oder den Linken.
schlumz 21.11.2019
5. man kann nicht alle über einen Kamm scheren
Hallo bunterepublikheute, 13:40 Uhr man kann nicht alle Anbieter bei Airbnb über einen Kamm scheren. Eine vermietete Gartenhütte oder ein Zelt dürfte die allgemeinen Mietpreise nicht in die Höhe treiben, zweckentfremdet Wohnungen hingegen schon. ich vermiete auch in den Sommermonaten eine sonst ungenutzte Hütte und gebe die Einnahmen auch bei der Steuererklärung an. Was Hotels in der Form nicht bieten ist sind z.b gemeinsame Unternehmungen mit den Gästen wenn die Chemie stimmt. Airbnb hat seine Berechtigung wie Couchsurfen, Hotels und Jugendherbergen. Was die tatsächliche Konkurrenz für Wohnraum anbetrifft wird dies ja schon in einigen Gemeinden geregelt und sollte auch geregelt werden.
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