Französischer Kurierdienst Drohnen fliegen Pakete in Bergdörfer

Wenn das Paket vom Himmel fällt: Der Paketdienstleister DPD fliegt in Frankreich Pakete per Drohne in abgelegene Dörfer. Surrt es bald auch bei uns im Himmel?

Eine DPD-Drohne auf ihrem Weg
Claude Paris/ AP

Eine DPD-Drohne auf ihrem Weg


Winterzeit ist Schneezeit - zumindest in den Bergen. Um trotz zugeschneiter Straßen Pakete in abgelegene Bergdörfer bringen zu können, liefern jetzt in zwei französischen Bergregionen Drohnen statt Autos die Pakete aus.

Statt einer halben Stunde brauche eine Drohne nur acht Minuten, um ein Paket in das 80-Seelen-Dorf Mont-Saint-Martin in der Bergregion Isère zu bringen, teilte DPD France in einer Pressemitteilung mit. Damit will das Unternehmen vor allem Kosten und CO2 einsparen - die Drohnen seien mit Solarzellen ausgestattet und damit "energieautonom", teilte das Unternehmen mit.

Die Drohne mit einer Reichweite von 15 Kilometern startet dabei direkt vom Paketauto, das mit einem mobilen Terminal ausgestattet ist. Der Fahrer klickt das Paket von unten an die Drohne und startet den Take-off vom Terminal aus. Das mit GPS ausgestattete Gerät fliegt sofort los - über Wälder und hoch an Felswänden bis in das Dorf. Dort lässt es das Paket in eine Art Paketschacht in der Nähe des Rathauses fallen. Per SMS empfängt ein Rathausmitarbeiter eine Empfangsbestätigung, nimmt das Paket an und bringt es persönlich zum Empfänger.

"Die Drohnenauslieferung von Paketen ist eine gute Alternative für dünn besiedelte Gebiete", sagt Peter Rey von DPD Deutschland. "Aber die Drohne kann ein Paket pro Flug ausliefern - für unsere tägliche Menge von etwa einer Million Paketen täglich wird das keine Lösung sein."

Interessant sei dieser Testlauf aber auch, um Erfahrungen für neue Geschäftsfelder wie den "Same-Day-Versand" zu sammeln: Jetzt bestellen, gleich liefern. In Deutschland seien Drohnen als Paketzusteller momentan nicht geplant, in den Alpen aber durchaus denkbar.

Der Cube von Continental will das Kurierfahrzeug der Zukunft sein - mit Paketrobotern, die auf den letzten Metern die Zustellung übernehmen
Continental

Der Cube von Continental will das Kurierfahrzeug der Zukunft sein - mit Paketrobotern, die auf den letzten Metern die Zustellung übernehmen

Auch andere Paketzusteller experimentieren mit automatisierten Lieferdiensten: Hermes hat bereits mehrere Monate langPaketroboter getestet. Amazon verfolgt seit Langem das Projekt Prime Air, mit dem eine Lieferung bereits 30 Minuten später bei US-Kunden per Drohne eintreffen soll. Der Konzern forderte dafür auf einer Nasa-Konferenz sogar eine Aufteilung des Luftraums, um Auslieferungen per unbemanntem Fluggerät zu ermöglichen. Und der Cube von Continental will das Kurierfahrzeug der Zukunft sein - mit Paketrobotern, die auf den letzten Metern die Zustellung übernehmen.

caw



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
spon_5047963 03.12.2019
1. Montags in Deutschland
Wenn also - wie bei uns in Süd-Hessen bereits üblich, die dt. Bundespost Montags keine Post wie Briefe und Pakete (?) mehr ausfährt ( siehe andere Meldung von heute), könnten Drohnen diese Marktlücke füllen. Zumindest für eilige Dinge wie Mahnungen, Einschreiben oder Eilsendungen eine profitable Sache.
.freedom. 03.12.2019
2. Wer soll noch kaufen, wenn es immer weniger Arbeitsplätze gibt?
Hier sieht man wieder wie hemmungslos Konzerne sind, wenn es darum geht Kosten zu vermeiden. In diesem Fall die Kosten des Arbeitnehmers. Alle Käufer sollten jetzt schon durch den Boykott solcher Firmen, vorsorgen. Jeder Mensch der solche Firmen unterstützt vernichtet seinen eigenen Arbeitsplatz.
Filsbachlerche 04.12.2019
3. Wenn aber bei Mahnungen
Zitat von spon_5047963Wenn also - wie bei uns in Süd-Hessen bereits üblich, die dt. Bundespost Montags keine Post wie Briefe und Pakete (?) mehr ausfährt ( siehe andere Meldung von heute), könnten Drohnen diese Marktlücke füllen. Zumindest für eilige Dinge wie Mahnungen, Einschreiben oder Eilsendungen eine profitable Sache.
die Gewißheit der Zustellung vor Gericht mangels Beweises nicht nachgewiesen werden kann? Eine Zustellung durch Abwurf in den Vorgarten ist mit einer Zustellung in den Briefkasten nicht vergleichbar. Schon gar nicht für Mahnungen, Einschreiben und Eilsendungen. Die Zustellung per Drohne ist einfach eine Zustellung auf das Grundstück. Sofern das Grundstück für jedermann zugänglich ist, also zugreifbar für jeden Passanten. Wer mir so eine Sendung durch Abwurf in den Vorgarten zustellt, erst recht in einem Wohnblock, wird von mir erst mal die Nachricht eines Nichterhalts der Sendung gewärtigen müssen. Die Mahnung ist nicht ordnungsgemäß zugestellt, die Sendung per Einschreiben hat den Adressaten nicht ordnungsgemäß erreicht, die Eilsendung ist nicht zeitgerecht erfolgt....., weil möglicherweise eine dritte Person diese Sendung widerrechtlich an sich genommen haben könnte! Ich sehe eine gigantische Flutwelle von Prozessen auf die eh schon überlasteten Gerichte zukommen. Eine Lawine der Rechtsunsicherheit auf Jahre hinaus. Der Geiz der Zustellunternehmen, ordentliche Zustell-Löhne zu zahlen, wird auf sie selbst zurückfallen. Die Versandmultis wie z.B. a**zon werden große Gewinneinbußen erleiden. Denn manch einer wird die juristische Lücke benutzen, um sich - ohne Furcht vor Strafe (mangels Beweises) fürchten zu müssen - bereichern wollen. Auch so konnte man einen Wirtschaftscrash künstlich produzieren.
escherischiacoli 04.12.2019
4. Bitte nicht DPD
DPD stellt jede Sendung für meine Firma in den Hausflur, 2 Stockwerke tiefer. Kürzlich auch vertrauliche Unterlagen. Hoffentlich setzen sie hierzulande keine Drohnen ein, oder meinten Sie ein anderes DPD?
Geopolitik 04.12.2019
5. Finde ich toll...
... besonders auch, weil dann Amazon oder Paketdienste angehalten sind sperrigen, schweren und Umweltzerstörenden Verpackungsmüll um das eigentlich gelieferte zu minimieren!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.