Frau im Vorstand Reifenhersteller Continental wird etwas weiblicher

Siemens, Telekom und E.on machten es vor - Continental macht es jetzt nach: Der Reifenhersteller holt erstmals eine Frau in seine Chefetage. Die Nestlé-Managerin Elke Strathmann wird Anfang 2012, man darf raten, Personalvorstand.

Elke Strathmann: Die Managerin war bislang Deutschland-Personalchefin bei Nestlé
Nestle / Stefan Wildhirt

Elke Strathmann: Die Managerin war bislang Deutschland-Personalchefin bei Nestlé


Hannover - Die größten deutschen Konzerne haben offenbar einen Trend für sich entdeckt: Es ist fast schon schick, eine Frau im Vorstand zu haben, und zwar am liebsten im Personalressort. Nach der Deutschen Telekom Chart zeigen, E.on, Siemens Chart zeigen und zuletzt auch Henkel Chart zeigen holt nun auch Continental Chart zeigen eine Frau in seinen Vorstand. Der Aufsichtsrat des Autozulieferers berief die bisherige Deutschland-Personalchefin des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé, Elke Strathmann, in das Führungsgremium.

Die 53-Jährige sei "eine international erfahrene Personalexpertin", sagte Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle nach einer Sitzung der Conti-Aufseher im rumänischen Temeschwar. Strathmann soll bei dem Reifenhersteller zum Jahreswechsel Personalvorstand und Arbeitsdirektorin werden. Ihr Vertrag läuft zunächst drei Jahre.

In dieser Woche hatte erst Henkel erstmals seit der Firmengründung vor 135 Jahren eine Frau in die Chefetage geholt. Kathrin Menges wird ab 1. Oktober als neues Vorstandsmitglied ebenfalls den Personalbereich verantworten. Im kommenden Jahr dürfte es dann insgesamt neun Frauen in den Vorständen der Dax-Konzerne geben. Auch BASF Chart zeigen und Daimler Chart zeigen haben zwei Spitzenposten an weibliche Führungskräfte vergeben. Beim Autohersteller verantwortet Christine Hohmann-Dennhardt den Bereich Integrität und Recht. Die Telekom und Siemens haben auch die Posten für Einkauf und das Europageschäft an Frauen vergeben.

Conti-Chefaufseher Reitzle sagte, es komme angesichts knapper werdender Fachkräfte auch für Continental mehr denn je darauf an, "weltweit die besten Talente zu finden". Vorgänger Heinz-Gerhard Wente, der derzeit noch eine Doppelfunktion innehat, werde sich in den kommenden zwei Jahren auf die Leitung der Sparte Contitech und auf den Konzerneinkauf konzentrieren, hieß es. Der Aufsichtsrat verlängerte außerdem die Verträge der Vorstände Ralf Cramer (Fahrwerks- und Sicherheitstechnik), Helmut Matschi (Innenausstattungen) und Nikolai Setzer (Reifen) um jeweils fünf Jahre.

yes/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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pudel_ohne_mütze 29.09.2011
1. hoffentlich nicht nur die nächste Quoten-Tussi.
Zitat von sysopSiemens, Telekom*und E.on machten es vor - Continental macht es jetzt nach: Der Reifenhersteller holt erstmals eine Frau in seine Chefetage. Die Nestlé-Managerin Elke Strathmann*wird Anfang 2012, man darf raten, Personalvorstand. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,789037,00.html
Gani, 29.09.2011
2. Zwei Möglichkeiten
Konzerne die jetzt schnell eine Frau in die Führungsriege berufen sind bzw waren entweder bislang als frauenfeindlich einzustufen, oder aber (man(n) ist der Meinung) es gab und gibt keine qualifizierten Frauen, was natürlich völliger Unsinn ist, und man fährt nun die PR-Schiene mit der "Quotenfrau" um nicht als frauenfeindlich da zu stehen. Was für ein Dilemma. Hätte man doch nur, wie viele andere Konzerne, schon vor langer Zeit alle qualifizierten Menschen in Betracht gezogen, dann wären automatisch auch Frauen darunter gewesen...
Zephira 29.09.2011
3. Wieso schick?
"Die größten deutschen Konzerne haben offenbar einen Trend für sich entdeckt: Es ist fast schon schick, eine Frau im Vorstand zu haben, und zwar am liebsten im Personalressort." Wieso schick? Ich habe zwar keine Zahlen zur Hand, aber das Personalressort schien mir immer sehr beliebt bei Arbeitnehmerinnen zu sein. Da ist es doch nur logisch und wahrscheinlich, dass der Wettbewerb dort zu die leistungsfähigsten weiblichen Arbeitskräfte hervorbringt. Quotenfrauen wären schick, würden aber suboptimale Arbeit leisten. Hier darf man wenigstens davon ausgehen, dass die Qualifikation nicht in den erwünschten Geschlechtsorganen besteht...
eulenspiegel 47 29.09.2011
4. ***
Und? Werden jetzt die Reifen besser?
Nonvaio01 29.09.2011
5. Personalressort
Zitat von Zephira"Die größten deutschen Konzerne haben offenbar einen Trend für sich entdeckt: Es ist fast schon schick, eine Frau im Vorstand zu haben, und zwar am liebsten im Personalressort." Wieso schick? Ich habe zwar keine Zahlen zur Hand, aber das Personalressort schien mir immer sehr beliebt bei Arbeitnehmerinnen zu sein. Da ist es doch nur logisch und wahrscheinlich, dass der Wettbewerb dort zu die leistungsfähigsten weiblichen Arbeitskräfte hervorbringt. Quotenfrauen wären schick, würden aber suboptimale Arbeit leisten. Hier darf man wenigstens davon ausgehen, dass die Qualifikation nicht in den erwünschten Geschlechtsorganen besteht...
ist die groesset klatsch abteilung in einer Firma. Frauen sind dort sehr gut aufgehoben..;-)
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