Frauen-Fußball Puma glaubt nicht an WM-Hype

Die Organisatoren bejubeln die kommende Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Doch Sponsoren und Reiseveranstalter erwarten kein Sommermärchen. Puma-Chef Zeitz hat eine einfache Erklärung: "So stark angesagt ist Frauen-Fußball noch nicht."
Puma-Star Marta: "Die Dimensionen sind doch noch ganz andere als bei den Männern"

Puma-Star Marta: "Die Dimensionen sind doch noch ganz andere als bei den Männern"

Foto: David Duprey/ AP

Frankfurt am Main - Bundespräsident Christian Wulff erhofft sich ein zweites Sommermärchen, DFB-Präsident Theo Zwanziger lobt die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen in den höchsten Tönen. Doch bei den Sponsoren will sich vor der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen partout kein Hochgefühl einstellen.

So verspricht sich der Sportartikelhersteller Puma von der WM kaum Impulse für sein Geschäft. "So stark angesagt ist Frauen-Fußball noch nicht, dass wir deshalb gleich sehr viel mehr Trikots verkaufen würden", sagte Puma-Chef Jochen Zeitz der "Berliner Zeitung". "Die Dimensionen sind doch noch ganz andere als bei den Männern."

Fotostrecke

Top-Spielerinnen: Das sind die Stars der Frauen-WM

Foto: Bongarts/Getty Images

Zeitz gab sich aber überzeugt, dass Frauen-Fußball in den nächsten Jahren immer beliebter werde. Deshalb betrachte Puma sein Engagement im Frauenfußball als Investition in die Zukunft, sagte er. Die Herzogenauracher Firma sponsert unter anderem den brasilianischen Superstar Marta und mehrere deutsche Nationalspielerinnen.

DFB rückt Buchungszahlen nicht heraus

Auch bei Reiseveranstaltern ist die Stimmung im Vorfeld der WM sehr verhalten. Sie rechnen nicht mit Fanströmen wie bei der Männer-WM in Deutschland. "Wir haben nicht ansatzweise das Geschäft von 2006, als wir 50.000 Kunden hatten", sagte Ingo Frieske vom führenden deutschen Sportreiseveranstalter Vieten Tours.

Der größte deutsche Reisekonzern TUI hat nicht einmal besondere Aktionen geplant. "Wir haben keine Angebote um die WM herum", sagte eine Sprecherin. TUI wird in der Branche gutes Gespür für den Inlandsmarkt nachgesagt.

Der DFB als WM-Veranstalter will die Buchungszahlen ausländischer Gäste nicht herausrücken. "Diese Zahlen geben wir grundsätzlich nicht bekannt", sagte Evelyn Schmidt, die Marketingchefin der Reisefirma Hogg Robinson, die für den Fußballbund die Anreise ausländischer Besucher organisiert. Auch auf Vergleiche mit der WM 2006 wollte sich die PR-Expertin nicht einlassen.

Im legendären WM-Sommer 2006 verbuchte das deutsche Hotelgewerbe zwei Millionen zusätzliche Übernachtungen. Eine hohe dreistellige Millionensumme brachte das Top-Event Hotels und Pensionen - und dabei sind Essen, Bier und Eintrittsgelder nicht mitgezählt.

mmq/Reuters/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.