Karte zu Freihandelsabkommen Wo "Dealmaker" Trump draußen ist

Kanada, Japan und jetzt die Mercosur-Staaten: Die EU schließt ein Freihandelsabkommen nach dem anderen - während sich die USA abschotten. Diese interaktive Karte gibt den Überblick.
Handelspartner: Argentiniens Präsident Mauricio Macri (l.) und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker (r.)

Handelspartner: Argentiniens Präsident Mauricio Macri (l.) und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker (r.)

Foto: AFP / Argentinas Presidency

Dass Europäer wirtschaftliche Ranglisten anführen, ist selten geworden - zu groß ist die Konkurrenz aus den USA oder China. In einem Ranking aber liegt der Kontinent klar vorn: Nach Zahlen der Welthandelsorganisation (WTO) sind aktuell 99 Freihandelsabkommen zwischen Europa und anderen Regionen der Welt in Kraft. Das ist mehr als Ostasien (86), Südamerika (61) und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (46) geschlossen haben. Nordamerika ist mit 42 Abkommen deutlich abgeschlagen.

Dabei waren die Amerikaner lange Vorkämpfer des Freihandels, das Nafta-Abkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada galt als das größte seiner Art. Seit dem Wochenende beansprucht die Europäische Union gemeinsam mit den Mercosur-Staaten auch diesen Rekord: Die von ihnen vereinbarte Freihandelszone soll 773 Millionen Verbraucher und eine gemeinsame Wirtschaftsleistung von 19 Billionen Euro umfassen.

Wie frühere Abkommen hat auch die neue Freihandelszone nicht nur Fans. Verbraucherschützer fürchten die Aufweichung von Standards, Umweltschützer und Bauern noch mehr Konkurrenz auf dem Fleisch- oder Sojamarkt und noch mehr abgeholzten Regenwald. Dass Politiker in Europa und Lateinamerika das Abkommen als Durchbruch feiern, liegt nicht nur an der 20-jährigen Verhandlungszeit. Die Vereinbarung hat auch viel Symbolkraft.

Trump setzt auf Isolation, die Europäer auf Handel

Der erklärte Freihandelsskeptiker Donald Trump hat Nafta aufgekündigt und die Handelspartner zum Abschluss eines Nachfolge-Abkommens (USMCA) gedrängt. Aus dem Transpazifischen Abkommen TPP stieg der US-Präsident ganz aus, die übrigen Vertragspartner machten unter dem Kürzel CPTPP weiter. Und auch das in Europa umstrittene TTIP-Abkommen mit der EU liegt seit Trumps Wahl auf Eis.

Was das für die internationale Handelspolitik bedeutet, zeigt die folgende Karte. Während Trump auf Isolationskurs ist, haben die Europäer sowohl mit Trumps nördlichen Nachbarn (Ceta) als auch mit den Mercosur-Staaten im Süden den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen vereinbart.

In Asien wurden zuletzt unter anderem Abkommen mit Japan (Jefta) und Vietnam vereinbart. Und auch andere Regionen setzen auf Freihandelszonen. Der Ende Mai in Kraft getretene AfCFTA-Vertrag umfasst sogar 52 afrikanische Länder - und damit fast den gesamten Kontinent.

Wer betreibt mit wem Freihandel? Eine interaktive Karte wichtiger Handelsbündnisse.

dab
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