Mögliche Korruption Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fresenius-Mitarbeiter

In 17 Ländern sollen Mitarbeiter von Fresenius Medical Care Schmiergeld gezahlt haben. Offenbar erhofften sie sich Vorteile bei der Einrichtung von Behandlungszentren für Nierenkranke.

Fresenius Medical Care ist im Dax gelistet - nun wird weltweit gegen Mitarbeiter ermittelt
Alexander Pohl / imago images

Fresenius Medical Care ist im Dax gelistet - nun wird weltweit gegen Mitarbeiter ermittelt


Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat strafrechtliche Ermittlungen gegen Verantwortliche des Medizintechnikherstellers Fresenius Medical Care (FMC) aufgenommen. Es würde gegen mehrere Mitarbeiter des Dax-Konzerns in verschiedenen Ländern wie auch gegen Personen aus dem Umfeld ermittelt, teilte die Behörde mit. Zu den genauen Vorwürfen wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Grundlage ist ein Bericht der US-Börsenaufsicht, der zahlreiche Bestechungsfälle bei der Einrichtung von Behandlungszentren für Nierenkranke dokumentiert. Zuvor hatten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR darüber berichtet.

Zwischen 2007 und 2016 sollen Ärzte und Klinikverantwortliche in 17 Ländern systematisch bestochen worden sein. Es ging demnach um die Einrichtungen von Nierenstationen ebenso wie um die Anschaffung von Dialyse-Produkten.

FMC ist auf diesem Gebiet weltweit aktiv und mit fast 4000 Behandlungszentren einer der größten Anbieter. Die Schmiergelder sollen häufig als Provisionen oder Beraterhonorare getarnt worden sein.

In den USA hat FMC sich mit den Behörden außergerichtlich geeinigt und 231,7 Millionen US-Dollar gezahlt. In Deutschland arbeite man ebenfalls mit der Justiz zusammen, sagte ein Unternehmenssprecher. Bereits im März hatte FMC-Chef Rice Powell erklärt, dass man die Vorgänge aufgearbeitet und die internen Regeln verschärft habe.

kko/dpa

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