Globaler Protesttag Klimaschützer fordern Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas

Sofort raus aus fossilen Energien – das hat die Klimabewegung Fridays for Future erneut bei zahlreichen Demonstrationen gefordert. Der Bundesregierung wirft sie vor, den Angriff auf die Ukraine zu finanzieren.
Demonstranten auf der Straße des 17. Juni in Berlin

Demonstranten auf der Straße des 17. Juni in Berlin

Foto: Christian Mang / REUTERS

Bei einem globalen Klimastreik der Bewegung Fridays for Future sind am Freitag in Deutschland erneut viele Tausende zumeist junge Menschen auf die Straße gegangen. Das Aktivistennetzwerk hatte Aktionen in rund 300 Städten angekündigt, um seine Forderungen nach Klimaschutz und Frieden zu unterstreichen. Angesichts des Kriegs in der Ukraine gehörte dazu auch der Ruf nach einem sofortigen Importstopp für fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Steinkohle aus Russland.

»Während die Klimakrise eskaliert, finanziert die Ampel mit ihren fossilen Energieimporten Putins Angriff auf die Ukraine«, sagte Carla Reemtsma von Fridays for Future. »Mit ihren Entscheidungen zur Energieversorgung verschlimmert sie den Krieg und die Klimakrise weiter.« Die Koalition müsse jetzt den Importstopp umsetzen und ein Enddatum für Öl und Gas festlegen. »Nur so kann sie bestehende Abhängigkeiten von Autokraten beenden, gleichzeitig darf sie wie in Katar keine neuen eingehen.«

Fridays for Future bezifferte die Gesamtzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer ersten Bilanz am Freitagnachmittag auf 220.000 Menschen. Demnach sollten sich in Berlin mehr als 22.000 Menschen und in Hamburg mehr als 12.000 Menschen versammelt haben.

Wie häufig bei Demonstrationen schätzte die Polizei die Teilnehmerzahlen deutlich niedriger ein. In Berlin waren es nach Angaben der Beamten in der Spitze etwas mehr als 10.000 Demonstranten, in Hamburg rund 3500. Die Polizei in Bremen sprach von 3200 Teilnehmern, in München zählten die Beamten 1400 Menschen.

Es war der zehnte globale Klimastreik der international aktiven Klimaschutzbewegung. Den Auftakt machten am Freitagmorgen Proteste von Schülerinnen und Schülern in Asien und Australien. Laut Fridays for Future waren weltweit mehr als 800 Aktionen geplant. Sie standen unter dem Leitmotto People not Profit (Menschen, nicht Gewinne).

dab/dap/AFP
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