CDU-Politiker Friedrich Merz arbeitet wieder als Aufsichtsrat bei Blackrock

Er kehrt in die Finanzbranche zurück: Nach seinem kurzen Ausflug in die große Politik ist Friedrich Merz nach SPIEGEL-Informationen wieder als Aufsichtsratschef der Deutschland-Tochter von Blackrock tätig.
Friedrich Merz

Friedrich Merz

Foto: Christoph Soeder/ dpa

Friedrich Merz behält nach SPIEGEL-Informationen seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender bei Blackrock Deutschland. Der ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion arbeitet bereits seit dem Frühjahr 2016 für die amerikanische Fondsgesellschaft, hatte das Amt im Zuge seiner Bewerbung um den CDU-Parteivorsitz aber vorübergehend ruhen lassen. Auf dem CDU-Bundesparteitag Anfang Dezember 2018 schließlich unterlag er knapp Annegret Kramp-Karrenbauer, die Angela Merkel als Parteichefin folgte.

Anschließend habe Merz in einem Gespräch mit Blackrock-Chef Larry Fink vereinbart, weiter für die Amerikaner zu arbeiten, heißt es in Frankfurt. Selbstverständlich ist das nicht: Fink war Insidern zufolge zunächst höchst verärgert über Merz' Entscheidung, für den CDU-Parteivorsitz zu kandidieren. Der Politiker hatte den Blackrock-Chef erst spät, fast zeitgleich mit der Öffentlichkeit, über seine Kandidatur informiert. Als CDU-Parteichef hätte er seinen Aufsichtsratsposten niederlegen müssen.

Merz weiter als Cheflobbyist unterwegs

Inzwischen ist der Ärger verflogen und Merz weiter als Ratsvorsitzender und Cheflobbyist für die Fondsgesellschaft unterwegs, die für überwiegend private Investoren mehr als 6000 Milliarden Dollar angelegt hat und weltweit an Tausenden Unternehmen beteiligt ist.

Jüngst etwa informierte er, zusammen mit dem früheren britischen Schatzkanzler George Osborne, rund 800 Blackrock-Kunden per Telefonkonferenz über die Auswirkungen des gescheiterten Brexit-Votums im Londoner Unterhaus; kommende Woche reist er mit einer Blackrock-Delegation um Fink zum Weltwirtschaftsforum ins schweizerische Davos. Ende Januar soll er auf dem Mannheimer Fondskongress sprechen.

Merz soll Kramp-Karrenbauer künftig vor allem in Wirtschafts- und Steuerfragen beraten - eine Aufgabe, die sich mit seiner Tätigkeit für Blackrock verträgt. Sollte Merz allerdings doch noch ein offizielles Amt übernehmen, etwa als Bundesminister, oder Kanzlerkandidat seiner Partei werden, müsste er seinen Ratsposten abermals niederlegen. Dann allerdings für immer.

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