Listerien-Fund Hersteller ruft Frikadellen bei Rewe und Norma zurück

Aufgrund einer möglichen bakteriellen Verunreinigung ruft die Fleisch-Krone Feinkost GmbH Fertigfrikadellen zurück. Betroffen sind Produkte der Marken "ja!" und "Gut Bartenhof", die bei Rewe und Norma verkauft werden.
Frikadellen werden im Labor untersucht (Archivbild)

Frikadellen werden im Labor untersucht (Archivbild)

Foto: Carsten Rehder/ dpa

Erneuter Listerien-Verdacht in der Fleischindustrie: Die Fleisch-Krone Feinkost GmbH ruft vorsorglich Fertigfrikadellen zurück, nachdem die gesundheitsgefährdenden Bakterien in einer Probe gefunden worden sind. Betroffen sind die bei Norma vertriebenen Artikel "Frikadelle Klassik" und "Frikadellen-Bällchen" von "Gut Bartenhof" mit den Chargen-Nummern 97812 und 97813 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 05.11.2019. Auch die "Frikadellenbällchen" der Rewe-Eigenmarke "ja!" in der 500 Gramm-Packung mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 05.11.2019 und 20.11.2019 ruft der Hersteller zurück.

Vom Verzehr der Produkte werde dringend abgeraten, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass "die betroffenen Packungen mikrobiell verunreinigt sind", hieß in einer Pressemitteilung der Fleisch-Krone Feinkost GmbH . Die Ware mit der Bezeichnung "Gut Bartenhof" sei an Norma-Filialen in Aichach (Bayern), Rossau (Sachsen), Ahrensfelde (Brandenburg), Dettingen (Baden-Württemberg), Rheinböllen (Rheinland-Pfalz) und Kerpen (Nordrhein-Westfalen) geliefert worden.

Die "ja! Frikadellenbällchen" wurden nach Angaben von lebensmittelwarnung.de in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ausgeliefert.

Infektionen mit Listerien verlaufen in durchschnittlich sieben Prozent der Fälle tödlich

Listerien (Listeria monocytogenes) sind in der Natur vorkommende Bakterien. Nur wenige Menschen erkranken an der sogenannten Listeriose. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektionskrankheit meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen. Gefährlich ist die Infektion für abwehrgeschwächte Menschen und Schwangere. Die Zahl der Erkrankungen schwankt in Deutschland zwischen 300 und 600 Fällen pro Jahr. Im Durchschnitt enden sieben Prozent davon tödlich.

Erst Anfang Oktober hatten Behörden den nordhessischen Fleischhersteller Wilke geschlossen. Zuvor waren wiederholt Listerien-Keime nachgewiesen worden. Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer.

yer/dpa
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