Fünf Milliarden Dollar Gewinn BP verdaut die Ölpest

BP schwimmt wieder im Geld: Dank hohem Ölpreis präsentiert der Energieriese für das dritte Quartal einen Gewinn von 4,9 Milliarden Dollar. Konzernchef Bob Dudley ruft den Wendepunkt aus - die Katastrophe am Golf von Mexiko sei wirtschaftlich überstanden.
BP-Firmenlogo: 4,9 Milliarden Dollar Nettogewinn

BP-Firmenlogo: 4,9 Milliarden Dollar Nettogewinn

Foto: A3430 Bernd Thissen/ dpa

London - BP hat seinen Gewinn deutlich erhöht. Für das dritte Quartal meldete der britische Ölkonzern einen Nettogewinn von 4,9 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum war der Gewinn wegen hoher Entschädigungszahlungen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko auf 1,79 Milliarden Dollar gesunken. In den neun Monaten bis September verzeichnete BP insgesamt einen Gewinn von 15,9 Milliarden Dollar.

Ein Teil der Einnahmen stammt aus Verkäufen von Firmenteilen. Das Unternehmen trennt sich derzeit von Ölfeldern und Förderkapazitäten, um sich von den Folgen des Öldesasters zu erholen und neue Investitionen zu stemmen. Insgesamt sollen Konzernteile im Wert von 45 Milliarden Dollar verkauft werden. Zusätzlich profitiert BP vom Ölpreis, der seit Monaten auf enorm hohem Niveau pendelt. Am Dienstag kostete ein Fass der Nordseesorte Brent mehr als 110 Dollar.

Konzernchef Bob Dudley lobte das gute Ergebnis - und sprach von einem Wendepunkt für den Konzern. In den kommenden Monaten solle die Ölproduktion im Golf von Mexiko wieder anziehen, nachdem sie nach der Umweltkatastrophe durch das Sinken der Plattform "Deepwater Horizon" vom Frühjahr 2010 gefallen war. Dudley will die Ausgaben für die Erkundung neuer Felder verdoppeln - und die Investitionen in Tiefseeprojekte und Gasaktivitäten erhöhen. Er kündigte 17 neue Projekte für die kommenden drei Jahre an.

Bei der Ölpest im Golf von Mexiko waren mehr als 750 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen. Elf Menschen kamen ums Leben. Die ökologischen Folgen der Explosion sind noch lange nicht ausgestanden. Grund für die Katastrophe waren laut Untersuchungsberichten technische Mängel bei der Tiefseebohrung; sie reichte mehrere tausend Meter tief.

Weiteres Geld für neue Investitionen soll laut Dudley bereitstehen, wenn die Zahlungen in den Rettungsfonds für die Opfer des Öldesasters im Golf von Mexiko im Jahr 2012 auslaufen. Das Unternehmen stand zuletzt in der Kritik - Opfer der Ölpest warfen ihm vor, nicht alle versprochenen Entschädigungen auszuzahlen. Ursprünglich sollte das Unternehmen rund 20 Milliarden Dollar an die Opfer auszahlen, doch im Juli kündigten die Verantwortlichen an, den Betrag kürzen zu wollen.

Dudley selbst verdient so viel Geld wie kein anderer Manager in Europa. 18,9 Millionen Euro kassierte er für seine Dienste im Jahr 2010.

ssu/dpa-AFX
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