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23. Februar 2018, 12:27 Uhr

Importverbot

Südkorea wehrt sich gegen Fukushima-Fisch

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima stoppte Südkorea die Einfuhr japanischer Fischereiprodukte. Zu Unrecht, entschied jetzt die Welthandelsorganisation (WTO). Die Regierung in Seoul will sich weiter wehren.

Südkorea will eine Entscheidung der Welthandelsorganisation anfechten, wonach das Land nicht länger die Einfuhr japanischer Fischereiprodukte unterbinden darf. Der Widerspruch diene der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit, hieß es in einer Stellungnahme der Regierung. Man werde die bestehenden Regelungen aufrechterhalten.

Im Jahr 2013 hatte Südkorea den Import sämtlicher Fischereierzeugnisse aus acht Präfekturen in der Nähe des Katastrophenreaktors Fukushima untersagt. Schon unmittelbar nach dem Unglück im Jahr 2011 waren die Auflagen verschärft worden, sodass unter anderem Inspektionszertifikate für potentiell belastete Lebensmittel verlangt werden konnten.

Die in Genf angesiedelte WTO hatte eine Beschwerde von Japan angenommen, wonach die Einschränkungen ihre Regeln verletzen und ein Handelshemmnis darstellen. Der japanische Landwirtschaftsminister bezeichnete Südkoreas Widerspruch als bedauerlich und appellierte an die Regierung in Seoul, die WTO-Entscheidung zu akzeptieren.

Auch andere Länder haben die Einfuhr von Produkten aus der Umgebung von Fukushima eingeschränkt, darunter China. Seit der Katastrophe hoben jedoch bereits 26 Länder Importverbote auf.

dab/AP

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