Fulminantes Börsendebüt Groupon-Aktien steigen um 40 Prozent

Die Anleger reißen sich um Groupon: Die Aktien des Schnäppchenportals legten am ersten Handelstag zeitweise um mehr als 50 Prozent zu. Der Börsengang des Internetunternehmens entwickelt sich damit trotz starker Zweifel im Vorfeld zu einem grandiosen Erfolg.

Groupon-Logo: Fulminanter erster Börsentag
AP

Groupon-Logo: Fulminanter erster Börsentag


New York - Groupon trotzt den Unkenrufen: Das Online-Rabattportal hat den größten Internet-Börsengang in den USA seit Google hingelegt. Groupon überraschte bereits mit einem weit höheren Ausgabepreis als erwartet - 20 Dollar setzte das Unternehmen an, obwohl es nur mit einer Spanne von 16 bis 18 Dollar kalkuliert hatte. An der New Yorker Börse rissen sich die Anleger dann am ersten Handelstag um die Papiere und trieben den Kurs zeitweise um 56 Prozent auf 31,13 Dollar.

Im weiteren Handelsverlauf pendelten sich die Groupon-Aktien bei einem Preis um die 28 Dollar ein, das entspricht einem Aufschlag von etwa 40 Prozent. Mit dem Verkauf von 35 Millionen Aktien nahm das gerade einmal drei Jahre alte Unternehmen 700 Millionen Dollar ein. Nur eine Internetfirma sammelte bislang in Amerika mehr Geld am Aktienmarkt ein - im Jahr 2004 erlöste Google bei seinem Börsengang 1,7 Milliarden Dollar.

Zweifel am Geschäftsmodell

Damit scheint das Groupon-Management die richtigen Entscheidungen gefällt zu haben. Weil die Web-Firma bei ihrem Börsengang lediglich gut fünf Prozent des Unternehmens veräußerte, entspricht bereits der Ausgabepreis einem Firmenwert von rund 13 Milliarden Dollar - doppelt so viel wie das von Google vor einem Jahr vorgelegte Übernahmeangebot.

Im Vorfeld hatten viele Experten am Geschäftsmodell des Rabattportals gezweifelt. Groupon musste im Zuge der Vorbereitung erstmals seine Geschäftszahlen offenlegen. Die immensen Verluste durch die hohen Vertriebskosten überraschten viele Investoren. Aktuelle Zahlen zeigen, dass Groupon das Minus zwar eingedampft hat. Dafür wächst das Geschäft deutlich langsamer als zuvor.

Groupon vermittelt Restaurantrabatte und andere Gutscheine für Waren und Dienstleistungen. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zugreift. Groupon behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutscheinwerts. Das Unternehmen hat nach jüngsten Angaben insgesamt rund 142,9 Millionen registrierte Kunden, von denen mindestens 29,5 Millionen schon einmal bei einer Groupon-Rabattaktion mitgemacht haben.

fdi/Reuters/dpa-AFX



insgesamt 13 Beiträge
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handknauf 04.11.2011
1. Alles hat seinen Preis
Zitat von sysopDie Anleger reißen sich um Groupon: Die Aktien des Schnäppchenportals legten am ersten Handelstag zeitweise um mehr als 50 Prozent zu. Der Börsengang des Internetunternehmens entwickelt sich damit trotz starker Zweifel im Vorfeld zu einem grandiosen Erfolg. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,796002,00.html
Solche Unternehmen setze ich direkt nach ihrem erscheinen in den Filter. Erfolg dieser Art zieht viele Kriminelle aus allen möglichen Bereichen an.
ArnoNym 04.11.2011
2.
Zitat von handknaufSolche Unternehmen setze ich direkt nach ihrem erscheinen in den Filter. Erfolg dieser Art zieht viele Kriminelle aus allen möglichen Bereichen an.
Ich kann mich auch immer nur wundern: Das Geschäftsmodell ist langfristig überhaupt nicht tragfähig. Trotzdem gelingt es solchen Schwachsinnsfirmen immer wieder, mit einer absoluten Schwachsinnsidee Leute zu ködern, die hoffen, vom Hype noch schnell profitieren zu können, bevor die gigantische Blase mit Getöse in sich zusammenfällt.
lemmy01 04.11.2011
3. Farce
Ein Börsengang, bei dem nur ein kleiner Teil der Aktien platziert wird, ist doch eine Farce. Im Extrem bring man eine Aktie an der Börse an einen Irren für einen sehr hohen Preis an den Mann und rechnet auf Basis dieses "Marktkurses" den Wert des ganzen Unternehmens hoch. Einfach lächerlich. Mich hat dieses Vorgehen schon bei Facebook gestört. Zu einem Geschäftsmodell gehört ein zentraler Punkt: Wofür und von wem bekomme ich als Unternehmen Geld? Das war schon bei Facebook nicht schlüssig und bei Groupon ist es schn zweimal nicht nachvollziehbar bzw. scheinen dort die Einnahmen ganz einfach nicht auszureichen. Das die Verluste mit zunehmenden Umsatz steigen, ist bei dem Geschäftsmodell von Groupon nicht nachvollziehbar.
ToertjeX 04.11.2011
4. In einem Jahr...
... stehen die bei ca. 5$, wetten dass...?
Wolf_68, 04.11.2011
5.
Zitat von ToertjeX... stehen die bei ca. 5$, wetten dass...?
Die Wette dürften Sie gewinnen. Erstaunlich - trotz der immer wiederkehrernden Blasen, die irgendwann platzten, scheint man nicht lernfähig zu sein.
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