Regionalzeitungen Funke verkauft Dortmunder Lokalausgaben an Lensing

Die Funke Mediengruppe will sich von ihren Dortmunder Ausgaben trennen. Die Lokalteile der "Westfälischen Rundschau" und der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" sollen an das Medienhaus Lensing gehen. Der Deutsche Journalisten-Verband kritisiert den Deal - und spricht von "Zombie-Zeitungen".

Zentrale der Funke Medien Gruppe in Essen: Verkauf von Lokalausgaben
DPA

Zentrale der Funke Medien Gruppe in Essen: Verkauf von Lokalausgaben


Dortmund - Die Funke Mediengruppe will die Lokalausgaben der "Westfälischen Rundschau" ("WR") und der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ") in Dortmund verkaufen. "Das Medienhaus Lensing strebt eine Übernahme der Tageszeitungsausgaben der Funke Mediengruppe im Großraum Dortmund an und möchte die Zeitungstitel in diesen Gebieten weiterführen", teilte das Essener Verlagshaus mit.

Dabei geht es um die Ausgaben der "WAZ" und der "WR" in Dortmund, in Lünen und in Castrop-Rauxel sowie die "WR"-Ausgabe in Schwerte, wie ein Funke-Sprecher erläuterte. Zum Kaufpreis machte die Funke Mediengruppe keine Angaben.

"Inhaltlich wird sich für die Abonnenten nichts ändern, denn in Dortmund, Lünen und Schwerte lesen diese bereits seit Februar 2013 die lokalen Inhalte der "Ruhr Nachrichten", ab 1. November gilt dies auch für Castrop-Rauxel", hieß es weiter.

Journalistenverband hofft auf Veto der Kartellbehörden

Funke hatte zu Jahresbeginn die Redaktion der "Westfälischen Rundschau" mit 120 Stellen geschlossen. Seitdem liefern andere Verlage die lokalen Inhalte der "WR", in Dortmund sind es die zu Lensing gehörenden "Ruhr Nachrichten". Der Mantelteil kommt von der Essener Zentralredaktion der Funke Mediengruppe, die in NRW außerdem die "WAZ", die "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" (NRZ) und die "Westfalenpost" herausgibt.

Für die "Ausweitung der Zusammenarbeit" im Großraum Dortmund steht noch die Zustimmung des Bundeskartellamts aus, erläuterte Funke. "Beschäftigungsverhältnisse sind von der Transaktion nicht betroffen." Weiter hieß es: "Mit der geplanten Übernahme durch das Medienhaus Lensing bleibt die Titel- und Medienvielfalt in der Region gesichert." Im Juni hatten die Essener die Ausgaben Kamen und Unna der "WR" an den Rubens-Verlag ("Hellweger Anzeiger") verkauft.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte den geplanten Deal. "Ich kann nicht nachvollziehen, dass ein im Revier beheimatetes Medienhaus diese Region aufgibt", sagte der NRW-Landesvorsitzende Frank Stach. "Das Modell der Zombie-Zeitungen - Zeitungen ohne eigene Lokalredaktion - dient wohl nur dazu, Verbreitungsgebiete zu bereinigen." Er hoffe auf ein Veto der Kartellbehörden, so Stach.

cte/dpa



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Seite 1
niphates 30.10.2013
1. optional
"Beschäftigungsverhältnisse sind von der Transaktion nicht betroffen." Ist ja schön, dass die Journalistenzunft auch nur bis zur eigenen Nasenspitze denkt aber schon mal darüber nachgedacht, wie viele Arbeitsplätze jedesmal bei solchen Aktionen in Versand und Logistik betroffen sind? Die Schreiberlinge, welche zusätzlich zur Krise der Tageszeitungen, durch mangelnde Qualität den Abstieg der Branche beschleunigen, erwecken schon lange kein Mitleid mehr, wenn es mal um ihren eigenen Jobverlust geht.
niphates 30.10.2013
2. optional
"Beschäftigungsverhältnisse sind von der Transaktion nicht betroffen." Ist ja schön, dass die Journalistenzunft auch nur bis zur eigenen Nasenspitze denkt aber schon mal darüber nachgedacht, wie viele Arbeitsplätze jedesmal bei solchen Aktionen in Versand und Logistik betroffen sind? Die Schreiberlinge, welche zusätzlich zur Krise der Tageszeitungen, durch mangelnde Qualität den Abstieg der Branche beschleunigen, erwecken schon lange kein Mitleid mehr, wenn es mal um ihren eigenen Jobverlust geht.
bauausdo 30.10.2013
3. nip hates you
Nun, wenn Schreiberlinge so dummes Zeug schreiben würden: ja. Ob eine WR, WAZ oder Ruhrnachrichten ausgetragen wird, ist ja nun egal. Die WAZ-Gruppe und Lensing Wolff kooperieren bei Druck und Vertrieb schon lange. Da ändert sich nichts, nur die Farbe auf dem Papier. Schreiberlinge dürfen nicht schreiben, ohne zumindest ein bisschen recherchiert zu haben, aber die Zukunft der Meinungsvielfalt liegt jetzt ja in den klugen Händen allwissender Foristen. Schwarmintelligenz - oder doch eher Schwammintelligenz?
niphates 30.10.2013
4.
Zitat von bauausdoNun, wenn Schreiberlinge so dummes Zeug schreiben würden: ja. Ob eine WR, WAZ oder Ruhrnachrichten ausgetragen wird, ist ja nun egal. Die WAZ-Gruppe und Lensing Wolff kooperieren bei Druck und Vertrieb schon lange. Da ändert sich nichts, nur die Farbe auf dem Papier. Schreiberlinge dürfen nicht schreiben, ohne zumindest ein bisschen recherchiert zu haben, aber die Zukunft der Meinungsvielfalt liegt jetzt ja in den klugen Händen allwissender Foristen. Schwarmintelligenz - oder doch eher Schwammintelligenz?
Beim Vergleich besagter Titel ist kaum mehr ein Unterschied im Mantelteil auszumachen, weshalb es vielleicht wirklich egal ist, wessen Name auf dem Papier steht? Welcher inhaltliche Teil des gedruckten/kopierten Journalismus ist davon selbst recherchiert? Der Lokalteil kann es schlecht sein, wenn man ihn vermehrt an die kooperierende Konkurrenz abtritt. Ist es denn nicht ein alarmierendes Zeichen, sehr geehrter Mitforist, wenn ein Online-Forum mittlerweile mehr Meinungsvielfalt zu Tage fördert, als unsere sterbenden Printmedien? Aber vielleicht werden letztere dadurch überleben, weil sie besser auf Polemik und individuelle Provokation verzichten können.
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