Fusion mit New Yorker Konkurrent Deutsche Börse will Weltmarkt dominieren

Es ist der zweite Anlauf, aber dieses Mal könnte es tatsächlich klappen. Die Deutsche Börse und ihr New Yorker Konkurrent NYSE wollen sich zusammentun - die Mehrheit der Anteile läge bei den Deutschen. Das neue Unternehmen wäre die größte Aktienbörse der Welt.
Fusion mit New Yorker Konkurrent: Deutsche Börse will Weltmarkt dominieren

Fusion mit New Yorker Konkurrent: Deutsche Börse will Weltmarkt dominieren

Foto: Michael Probst/ AP

Frankfurt am Main - Die Nachricht kam kurz vor Börsenschluss in Deutschland - und sie sorgte für einige Aufregung: Die Deutsche Börse und die New York Stock Exchange Euronext (NYSE Euronext) haben am Mittwochnachmittag Fusionsverhandlungen bestätigt. Die Gespräche befänden sich in fortgeschrittenem Stadium, bestätigte die NYSE Euronext auf ihrer Web-Seite . Es gebe aber noch keine Übereinkunft.

Durch den Zusammenschluss der beiden Börsen würde der größte Finanzplatz der Welt entstehen, mit Handelsplätzen in New York, Paris und Frankfurt. Laut "Financial Times Deutschland" sind die Aktien der Deutschen Börse derzeit 11,4 Milliarden Euro wert, die der NYSE Euronext 6,7 Milliarden Euro.

Zuvor waren die Aktien der Deutschen Börse AG bereits vom Handel ausgesetzt worden, ebenso die Aktien der NYSE Euronext. Wie ein Sprecher der Deutschen Börse sagte, gilt die Aussetzung seit 16.21 Uhr. Über den Zeitraum der Aussetzung konnte er zunächst keine Angaben machen.

Sollten sich die beiden Seiten auf eine Fusion einigen, würden die Anteilseigner der Deutschen Börse 59 bis 60 Prozent am neuen Unternehmen halten. Konzernchef soll allerdings NYSE-Lenker Duncan Niederauer werden, Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni würde Verwaltungsratschef. Die Zentralen sollen in Frankfurt und New York sein.

Zur NYSE Euronext gehört unter anderem die New York Stock Exchange (NYSE). Der auch als Wall Street bekannte Handelsplatz ist die größte Wertpapierbörse der Welt. Die Gruppe entstand 2007 durch den Zusammenschluss der NYSE Group mit der Euronext als erste transatlantische Börse weltweit.

Auch die Deutsche Börse spekulierte bereits vor Jahren auf einen Zusammenschluss mit der Euronext, zu der neben den Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon auch die Londoner Terminbörse LIFFE gehört. Bereits 2006 hatte der im Dax notierte Konzern das Fusionsvorhaben bei der Europäischen Kommission angemeldet. Das Euronext-Management sprach sich dann aber für ein Zusammengehen mit den Amerikanern aus.

Titel der Deutschen Börse hatten kurz vor der Aussetzung 1,7 Prozent im Plus gelegen, die der New Yorker Börse 11,7 Prozent höher notiert und auch in New York über fünf Prozent zugelegt.

ssu/Reuters