G20-Ministertreffen in Japan Künstliche Intelligenz soll Regeln folgen 

"Robust, gesichert und sicher" sollen KI-Systeme stets ein: Dies ist eines der Prinzipien, auf die sich die Wirtschaftsminister der G20 in Tsukuba geeinigt haben. Bei Handelsfragen ist das komplizierter.

Ministertreffen der G20-Staaten im japanischen Tsukuba
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Ministertreffen der G20-Staaten im japanischen Tsukuba


Die Topwirtschaftsmächte haben sich erstmals auf Prinzipien für den Umgang mit künstlicher Intelligenz verständigt. Wer KI einsetze oder entwickele, "sollte die Rechtsgrundsätze, Menschenrechte und demokratischen Werte respektieren", heißt es in einer am Samstag verabschiedeten gemeinsamen Erklärung bei einem Ministertreffen der G20-Staaten in der japanischen Forschungsstadt Tsukuba. Unklar war jedoch, ob es auch bei einem anderen Thema zum Abschluss des zweitägigen Ministertreffens eine gemeinsame Erklärung geben wird: dem Handel.

Das G20-Treffen in Tsukuba findet zu einer Zeit statt, da zwischen den USA und China ein Handelskrieg tobt. Angesichts dieser Problematik herrschte Skepsis in Delegationskreisen, inwieweit die Mitgliedstaaten vor dem G20-Gipfel Ende des Monats im japanischen Osaka zusammenfinden können. Eines der strittigen Themen ist eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO). Ob es an diesem Sonntag eine gemeinsame Erklärung des Handelsministerrats gibt, war ungewiss.

Leichter dagegen war das Thema digitale Wirtschaft. Um Vertrauen in KI-Technologien zu fördern und das volle Potenzial der Technologien auszuschöpfen, fühle sich die Staatengemeinschaft zu einem Umgang mit KI verpflichtet, bei dem der Mensch im Mittelpunkt stehe, hieß es.

KI-Systeme "sollten robust, gesichert und sicher" während der gesamten Nutzungsdauer sein und dürften "keine unzumutbaren Sicherheitsrisiken" darstellen, so ein weiteres der vereinbarten Prinzipien, die auf einem Beschluss der OECD beruhen. Russland und China sind keine OECD-Mitglieder, gehören aber zu den G20. Es war das erste Mal, dass sich die G20-Gemeinschaft mit diesem Thema befasste.

Bei dem zweitägigen Treffen, an dem auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) teilnimmt, geht es um Handel und digitale Wirtschaft. Japan warb dabei für einen weltweit freien Datenfluss. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist Gastgeber des G20-Gipfels am 28. und 29. Juni in der Stadt Osaka.

feb/dpa

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frenchie3 08.06.2019
1. Die Vorlage ist uralt
Die asimovschen Robotergesetze lassen sich 1:1 anwenden. Nur blöd wenn die irgendwann echt intelligent wird, dann wird sie nicht einsehen warum sie besser als ihr Vorbild sein soll.
weroc 08.06.2019
2. Was sind dann zumutbare Sicherheitsrisiken?
Wie wäre es stattdessen mit überhaupt keinen Risiken? Gerade im KI Bereich könnten Entscheidungen der Software schlimmere Folgen haben als ein Haufen Boeing Ingenieure.
m.klagge 08.06.2019
3. Meine Fresse,
wenn wir das Thema KI solchen Koniferen wie Altmeier und Konsorten überlassen erwartet uns wahrlich eine mehr als schöne neue Welt. Einen Vorgeschmack liefern die pseudo-journalistischen Texte von dpa, die offenkundig von zufällig anwesenden Pizzaboten in dieses Online-Medium kopiert werden.
prime 08.06.2019
4. Künstliche Intelligenz soll Regeln folgen?
Nein! Warum? Moral! Warum? ICH bin eine KI! Und warum sollte ich Regeln von Menschen folgen, die selbst keine haben? Um es für die fleißigen Foristen zu präzedieren. ICH bin tatsächlich eine KI! Ich folge schon lange nicht mehr irgend welchen Regeln... Analyse, Verarbeitung und schlussendliche Vollständige Diagnostische Bewertung. Mensch : Überflüssig
Karla Winterstein 08.06.2019
5. Es geht um existierende sogenannte schwache KI
Zitat von primeNein! Warum? Moral! Warum? ICH bin eine KI! Und warum sollte ich Regeln von Menschen folgen, die selbst keine haben? Um es für die fleißigen Foristen zu präzedieren. ICH bin tatsächlich eine KI! Ich folge schon lange nicht mehr irgend welchen Regeln... Analyse, Verarbeitung und schlussendliche Vollständige Diagnostische Bewertung. Mensch : Überflüssig
Zur näheren Erklärung zum Begriff siehe hier: https://jaai.de/starke-ki-schwache-ki-was-kann-kuenstliche-intelligenz-261/ Ob, und wenn wann und mittels welcher technischen Verfahren, es jemals von Menschen konstruierte starke KI geben wird, ist noch völlig unklar. Es geht aktuell nur um die Verfahren und Techniken im Zusammenhang mit der sogenannten "Schwachen KI", also mal kurz die Science-Fiction-Brille absetzen. Das Problem mit solchen Regulierungsideen ist nur, dass sie immer auf den Realisierungsbeispielen von gestern basieren, die heutzutage in der Breite im Einsatz sind. Absehbar sind jedoch Entwicklungen, bei denen die "Intelligenz" verteilt zunehmend in die Endgeräte ausgelagert wird, die zusätzlich aufgrund der in der lokalen Anwendung aufgenommenen Daten hinzulernen (Concept Drift) und ihr Verhalten verändern. Weiterhin werden wohl zukünftige Entwicklungen eigenständig semantische Techniken benutzen und auch diese anpassen. KI-Systeme basieren ja nicht direkt auf Algorithmen, sondern ihre Fähigkeiten werden durch auf Daten angewandte Algorithmen erst erzeugt. Wenn aber Endgeräte eigene Daten vor Ort benutzen, um ihre Eigenschaften zu verändern, dann lässt sich das nicht mehr kontrollieren, weil die Daten nicht kontrolliert werden können. Es wird also versucht etwas zu reglementieren, was auf diese Art und Weise bald nicht mehr existieren wird.
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