Galapagosinseln Ecuador wirft chinesischer Fischereiflotte Abschaltung der Ortungssysteme vor

Schiffe einer chinesischen Fischereiflotte sollen nahe der unter Naturschutz stehenden Galapagosinseln ihre Ortungssysteme deaktiviert haben. Die ecuadorianischen Streitkräfte zeigen sich besorgt.
Die ecuadorianische Marine beäugt kritisch ein Fischereischiff nahe der Galapagosinseln

Die ecuadorianische Marine beäugt kritisch ein Fischereischiff nahe der Galapagosinseln

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SANTIAGO ARCOS/ REUTERS

Die zu Ecuador gehörenden Galapagosinseln sind Heimat zahlreicher Tierarten, die nur dort vorkommen. 1978 erklärte die Unesco die Inseln tausend Kilometer vor der Küste zur Welterbestätte. Doch in den Gewässern unweit der Inseln sind laut ecuadorianischer Regierung Hunderte Schiffe einer vorwiegend chinesischen Fischereiflotte unterwegs. Damit nicht genug: Mehr als 140 der Schiffe hätten nahe der geschützten Inseln ihre Ortungssysteme ausgestellt.

Bisher halte sich die Flotte weiter in internationalen Gewässern auf, teilte Verteidigungsminister Oswaldo Jarrín bei einer Pressekonferenz mit. Ohne die Ortungssysteme sei es aber nicht mehr möglich, festzustellen, "wo sie sind oder wer sie sind".

Die Marine des südamerikanischen Landes hatte im Juli rund 260 Fischerboote in der Nähe des geschützten Archipels entdeckt - die meisten davon fuhren unter chinesischer Flagge. Mittlerweile sei die Flotte auf 325 Schiffe angewachsen, sagte der Minister.

Weltweit größte Haipopulation in der Gegend

2017 war die Besatzung eines chinesischen Schiffes in Ecuador wegen des illegalen Fangs seltener Haie rund um die Galapagosinseln bereits zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. An Bord hatte das Schiff rund 300 Tonnen Fisch, darunter gefährdete Haiarten.

Protest gegen Fischfang vor der chinesischen Botschaft in Quito

Protest gegen Fischfang vor der chinesischen Botschaft in Quito

Foto: Jose Jacome/EPA-EFE/Shutterstock

Rund um das Archipel, dessen einzigartige Tier- und Pflanzenwelt einst den britischen Forscher Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie inspirierte, sind Meeresgebiete auf einer Fläche von 133.000 Quadratkilometern geschützt. In dem Gebiet befindet sich die weltweit größte Haipopulation.

apr/AFP
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