Angeschlagene Warenhauskette Miguel Müllenbach soll neuer Chef von Galeria Karstadt Kaufhof werden

Mitten im Überlebenskampf gab der bisherige Chef von Galeria Karstadt Kaufhof nach monatelanger Abwesenheit auf. Nun ist klar: Der bisherige Finanzvorstand soll ihn ablösen.
Von manager-magazin-Redakteurin Margret Hucko
Miguel Müllenbach: seit 2005 bei Karstadt

Miguel Müllenbach: seit 2005 bei Karstadt

Foto: Falk Heller/ imago images/argum

Mitten in der Krise der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof steht ein Führungswechsel unmittelbar bevor. Finanzvorstand und Arbeitsdirektor Miguel Müllenbach (44) soll Stephan Fanderl als Vorsitzender der Geschäftsführung ablösen. Am Dienstag kommt der Aufsichtsrat von Galeria zusammen, um über die Personalie zu entscheiden, erfuhr das manager magazin aus Unternehmenskreisen. Zwischenzeitlich gab es auch Spekulationen, Müllenbach könne in einem Führungskomitee Sprecher der Geschäftsführung werden. Ein Unternehmenssprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Müllenbach begann seine Karriere im Warenhaus bereits im April 2005 bei Karstadt. Seit 2012 war der Diplomkaufmann dort Mitglied der Geschäftsführung. In seiner Funktion als Finanzchef von Galeria Karstadt Kaufhof verantwortet er auch die Aufgabengebiete IT und Lieferkette, jene Gebiete, die beim Warenhaus zuletzt für große Probleme sorgten. Schon vor seiner Ernennung stößt die Personalie deshalb in Arbeitnehmerkreisen auf große Kritik.

Als Galeria-Chef Stephan Fanderl Anfang des Jahres wegen Problemen mit der Bandscheibe nicht mehr in das Unternehmen zurückkehrte, übernahm Müllenbach interimistisch seinen Job. In der Aufsichtsratssitzung steht auch die Demission Fanderls auf der Tagesordnung. Sein Vertrag wurde erst im November des vergangenen Jahres verlängert. Offiziell hieß es bei Galeria Karstadt Kaufhof, man trenne sich einvernehmlich. Tatsächlich gab es zwischen Fanderl und dem Eigentümer, der österreichischen Signa-Gruppe, unterschiedliche Auffassungen über Unternehmensführung und -kultur.

Signa hatte Karstadt im Sommer 2014 übernommen und seitdem auf eine Fusion mit Kaufhof hingearbeitet. Im vergangenen Jahr war es dann so weit. Nach mehreren Anläufen und Zwischenschritten verleibte sich Signa-Eigner René Benko Kaufhof dann komplett ein. Im Januar startete der Gemeinschaftsbetrieb.

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