Handel zeitweise gestoppt GameStop-Aktie steigt um mehr als 100 Prozent

Wieder ist der Aktienkurs der US-Firma GameStop in die Höhe geschossen. Die Aktien des Unternehmens wurden kurzzeitig vom Handel ausgesetzt. Einen Tag zuvor hatte Finanzchef Jim Bell seinen Abgang angekündigt.
GameStop-Filiale in Illinois

GameStop-Filiale in Illinois

Foto:

Nam Y. Huh / AP

Die Aufregung um den kriselnden Videospielhändler GameStop findet am US-Finanzmarkt kein Ende. Die Aktien des Unternehmens wurden am Mittwoch vorübergehend vom Handel ausgesetzt und schlossen mit einem Plus von 104 Prozent bei fast 92 Dollar. Nachbörslich ging es zeitweise um weitere rund 70 Prozent nach oben.

Am Vortag hatte GameStop den Abgang von Finanzchef Jim Bell angekündigt, zunächst, ohne einen Grund zu nennen. US-Medien berichteten später, dass der Manager auf Druck einflussreicher Investoren seinen Rücktritt habe einreichen müssen, weil es Unstimmigkeiten über die Strategie des Unternehmens gegeben habe.

GameStop steckt eigentlich schon länger in der Krise, doch angetrieben von in Internetforen organisierten Hobby-Anlegern hatten die Aktien der Firma im vergangenen Monat eine Rally hingelegt. Das wiederum brockte einigen Hedgefonds, die auf einen Kursverfall gewettet hatten, milliardenschwere Verluste ein.

Ende Januar hatte die Aktie ein Rekordhoch von über 483 Dollar erreicht, doch der Höhenflug war rasch wieder vorbei. Die Kursturbulenzen rund um GameStop und einige andere Unternehmen an den US-Börsen hatten bereits ein Nachspiel. US-Behörden untersuchen die Vorfälle und ermitteln wegen möglicher Marktmanipulationen.

Buffett-Vize Munger warnt vor »irritierender Blase« am US-Finanzmarkt

Die Turbulenzen am US-Finanzmarkt wie unter anderem bei GameStop sieht der Vizechef von Staranleger Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, Charlie Munger, mit Sorgen. Die Kurskapriolen seien Anzeichen einer »irritierenden Blase«, die irgendwann einmal ein böses Ende nehmen müsse, sagte der 97-Jährige am Mittwoch bei der Hauptversammlung des US-Medienkonzerns Daily Journal Corporation.

Der Spekulationsrausch um GameStop und andere Unternehmen offenbare eine gefährliche neue Kultur, bei der Menschen von Billig-Brokern wie Robinhood ermutigt würden, wie bei Pferdewetten mit Aktien zu zocken.

Auch den Höhenflügen des Elektroautobauers Tesla und der digitalen Währung Bitcoin kann der Buffett-Vize nichts abgewinnen. Er wisse nicht, welche Kursrally er schlimmer finde, so Munger. Der Bitcoin tauge wegen seiner starken Kursschwankungen nicht als Zahlungsmittel.

cop/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.