Protest gegen Gewahrsamnahme Braunkohle-Gegner treten in Hungerstreik

Bei der Besetzung eines Kohlebaggers im Tagebau Garzweiler wurden am Wochenende mehrere Braunkohlegegner in Gewahrsam genommen. Wegen der Festsetzung verweigern sieben von ihnen bei der Polizei die Nahrungsaufnahme.

Mehrere Braunkohlegegner sind in Nordrhein-Westfalen in Polizeigewahrsam in den Hungerstreik getreten. Die Demonstranten seien am Sonntag im rheinischen Tagebau Garzweiler zur Identitätsfeststellung festgesetzt worden, verweigerten jedoch die Angaben - und lehnten aus Protest gegen ihre anhaltende Festsetzung nun die Nahrungsaufnahme ab, wie die Polizei mitteilte . Die Beamten bestätigten damit eine entsprechende Mitteilung der Umweltschutzorganisation Extinction Rebellion.

Die auf mehrere Polizeipräsidien verteilten Personen würden zum Teil auch das Trinken verweigern, sagte eine Sprecherin der Polizei in Aachen. Offiziellen Angaben zufolge sind es sieben Demonstranten, die seit Montag hungern. Sie waren Teil einer zwölfköpfigen Gruppe, die die Polizei in Gewahrsam nahm, weil sie an der Besetzung eines Kohlebaggers mitgewirkt hatten.

Ohne Ausweis und mit verklebten Fingerkuppen

Die Festgesetzten wurden zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam gekommen. Sie hätten keine Ausweispapiere dabei gehabt und die Identität nicht genannt. Außerdem waren die Fingerkuppen verklebt, um die Abnahme von Fingerabdrücken zu verhindern. Eine Richterin hat Gewahrsam bis längstens diesen Freitag angeordnet.

Laut Polizei haben zwischenzeitlich zwei Männer ihre Namen genannt und wurden entlassen. "Bei allen betreffenden Personen wird nun fortlaufend die Gewahrsamsfähigkeit geprüft", teilte die Polizei mit. "Zur Zeit ist diese nach Einschätzung der Ärzte weiter gegeben." Extinction Rebellion kündigte Mahnwachen vor Polizeiwachen unter anderem in Düsseldorf, Bonn und Duisburg an.

Klimaaktivisten der Organisation wählen immer wieder umstrittene Protestformen. Zuletzt wollten sich einige von ihnen mit Sekundenkleber an Flugzeugen fixieren oder vor Start wieder aussteigen. An mehreren Flughäfen konnten Flieger Mitte August nicht abheben. Aufmerksamkeit hatte auch die Blockade der deutschen Uniper-Zentrale in Düsseldorf erregt, mit der sie gegen die Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks "Datteln 4" protestierten.

apr/dpa