Angeschlagener Energiekonzern Uniper-Betriebsrat richtet Hilferuf an die Bundesregierung

Der Gasversorger Uniper wird besonders hart von der Energiekrise getroffen. Die Bundesregierung hat Bereitschaft zu einem Staatseinstieg signalisiert – doch laut Betriebsrat ist entscheidend, wie schnell die Hilfe kommt.
Ist ins Straucheln geraten: Eingang zur Zentrale des Uniper-Konzerns in Düsseldorf

Ist ins Straucheln geraten: Eingang zur Zentrale des Uniper-Konzerns in Düsseldorf

Foto: Wolfgang Rattay / REUTERS

Das Gas fließt wieder durch Nord Stream – doch ist es auch genug, um die Preiskapriolen am Energiemarkt zu beenden? Diese haben bereits dazu geführt, dass der erste deutsche Großkonzern heftig Schlagseite bekommen hat: der Gasversorger Uniper mit Sitz in Düsseldorf.

Der Chef des Konzernbetriebsrats des kriselnden Gasversorgers Uniper, Harald Seegatz, hat den Bund vor den entscheidenden Rettungsverhandlungen um rasche Hilfe gebeten. »Für die Rettung von Uniper drängt die Zeit, wir brauchen schnelle Entscheidungen von Politik und unserem Eigentümer Fortum«, sagte Seegatz der Düsseldorfer Tageszeitung »Rheinische Post« vom Donnerstag. »Die Belegschaft ist zutiefst besorgt. Wir bitten die Bundesregierung, rasch bei der Uniper SE einzusteigen.«

Bundesregierung offenbar bereit zum Einstieg

Zugleich warnte Seegatz den finnischen Großaktionär Fortum davor, Uniper zu zerschlagen: »Eine Zerschlagung von Uniper, die die von Fortum gewünschte Ausgliederung des Gasgeschäftes bedeuten würde, darf es nicht geben. Einen Ausverkauf von Uniper darf es nicht geben. Nur mit allen Teilen ist Uniper eine Stütze für die deutsche Energiewirtschaft«.

Uniper ist ein international tätiges Energieunternehmen, das Strom und Gas an Großhandelskunden wie Stadtwerke und Industrieunternehmen verkauft. Es ist stark im Gashandel mit Russland aktiv und zählt nach eigenen Angaben zu den wichtigsten Gasunternehmen in Europa. Das wiederum nährt Befürchtungen vor unkalkulierbaren Auswirkungen im Fall einer etwaigen Insolvenz Unipers.

Das »Handelsblatt« berichtete am Mittwoch, die Bundesregierung erwäge eine Übernahme von 30 Prozent der Anteile von Uniper. Zusätzlich könnte der deutsche Staat die bestehenden Kredite der staatlichen Förderbank KfW von zwei auf acht Milliarden Euro aufstocken, um kurzfristig Liquidität für Ersatzbeschaffungen von Gas bereitzustellen. Unipers Mehrheitseigner Fortum zieht es vor, das Deutschlandgeschäft auszugliedern, welches dann der deutsche Staat übernehmen soll.

beb/afp
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