Prognose von Verbraucherportal Netzentgelte treiben Gaspreis in die Höhe

Die Preise für Strom steigen heftig. Nun könnten Verbraucher auch für Gas mehr Geld bezahlen müssen, obwohl die Preise im Großhandel fallen. Als Grund gelten steigende Netzkosten.

Herd und Heizung: Für viele Verbraucher könnte das bald teurer werden
Karl-Josef Hildenbrand / DPA

Herd und Heizung: Für viele Verbraucher könnte das bald teurer werden


Die Importpreise für Gas fallen, doch Verbraucher werden wohl schon bald mehr Geld bezahlen müssen: Die Entgelte für die Gasnetze könnten 2020 bundesweit im Durchschnitt um rund drei Prozent steigen. Das geht aus einer Prognose des Internet-Portals Check24 hervor.

Als Grund für die steigenden Preise gelten die Netzentgelte. Sie machen rund ein Viertel des Gaspreises aus - und sollen der Prognose zufolge stark steigen - auf im Schnitt 377 Euro im nächsten Jahr bei einem Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden. Dem Portal Verivox zufolge gibt es aber starke regionale Unterschiede - von plus zwölf Prozent in Hamburg bis zu minus vier Prozent im Saarland. Bei Check24 sehen die regionalen Zahlen etwas anders aus: Die Experten rechnen in einigen Bundesländern mit Rückgängen von maximal ein Prozent.

Höhere Netzentgelte im Flächenland

Beide Internet-Portale arbeiten mit vorläufigen Daten der großen Verteilnetzbetreiber; einen kompletten Überblick für das nächste Jahr gibt es noch nicht. Im Bundesdurchschnitt würde die Erhöhung ungefähr elf Euro betragen. Die höchsten Netzgebühren zahlen mit 511 Euro pro Jahr die Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern, die niedrigsten mit 294 Euro die Gaskunden in Berlin. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass ein Leitungsnetz in einem dünn besiedelten Flächenland je Nutzer mehr Kosten verursacht als in einer dicht besiedelten Großstadt.

Erst zuletzt war bekannt geworden, dass deutsche Verbraucher auch für Strom deutlich mehr Geld bezahlen müssen. Im Schnitt sollen fast 300 Euro mehr als noch vor zehn Jahren fällig werden. Beim Gaspreis wiederum sind auf dem europäischen Markt zwar seit Jahresbeginn die Import- und die Großhandelspreise um ein Drittel gefallen. Die Endkunden haben davon bislang kaum oder gar nicht profitiert. "Das Gaspreisniveau in dieser Heizperiode wird hoch bleiben", sagte Valerian Vogel von Verivox. "Kaum ein örtlicher Gasversorger hat bisher Preissenkungen angekündigt."

Nach den bisherigen Erfahrungen dauere es über ein Jahr, bis sich gesunkene Großhandelspreise deutlich auf das Preisniveau für private Verbraucher auswirkten. Check24-Geschäftsführer Lasse Schmid prognostiziert: "Die steigenden Nutzungsentgelte lassen darauf schließen, dass die Gaspreise im kommenden Jahr steigen werden."

apr/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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53er 16.10.2019
1. Viele (private) Köche
verteuern den Brei. Und die Bundesnetzagentur muss schließlich auch bvon etwas leben.
fkfkalle3 16.10.2019
2. Der Staat braucht dringend "Kohle "
Zum Text, in Flächenländern müssen die Preise auf Grund einer mangelnden Dichte steigen,die Dichte ist der Versorgung ist in Metropolen (Berlin) erheblich höher. Damit fallen die Preise. Ich habe schon immer gewusst,dass Hamburg eine Kuhbläke ist. Von daher ist der Preisanstieg geradezu logisch.
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