Gasturbinen-Affäre Chef des russischen Siemens-Partners tritt ab

Siemens ringt mit dem Skandal um auf der Krim entdeckte Turbinen. Nun tritt der Chef der russischen Partnerfirma Power Machines ab - nachdem er kurzzeitig festgenommen und verhört worden war.

Der Skandal um Gasturbinen von Siemens auf der Krim hat auch den russischen Partner des deutschen Konzerns, Power Machines, erschüttert. Dessen Chef Roman Filippow ist nun zurückgetreten. Es handele sich um ein "einvernehmliches Abkommen", teilte das Unternehmen mit.

Erst vor einer Woche hatten die russischen Behörden Filippow im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Verrat von Staatsgeheimnissen kurzzeitig festgenommen und verhört. Es war unklar, ob dieser Vorfall in Zusammenhang mit der Krim-Krise steht. Siemens lehnte einen Kommentar ab.

Power-Machines-Chef Roman Filippow

Power-Machines-Chef Roman Filippow

Foto: imago/ITAR-TASS

Mindestens zwei Gasturbinen aus der Produktion des Gemeinschaftsunternehmens von Siemens mit der russischen Power Machines waren auf der Krim aufgetaucht. Die Halbinsel war 2014 von Russland annektiert worden und unterliegt deshalb Wirtschaftssanktionen. Der deutsche Konzern hätte sie nie dorthin liefern dürfen.

Die Turbinen sollen eigentlich für ein Projekt auf der südrussischen Halbinsel Taman bestimmt gewesen sein. Siemens denkt einem Insider zufolge deswegen über Konsequenzen für sein Russland-Geschäft nach und reichte Klage gegen einen russischen Kunden ein. Es soll sich dabei um den Abnehmer der Turbinen handeln, die russische Rostech-Tochter Technopromexport (TPE).

Siemens hält die Mehrheit an der Firma mit Power Machines, die 2015 ein Werk bei Sankt Petersburg eröffnet hat. Bereits vor einem Jahr hatten Insider gesagt, dass dieses Unternehmen trotz der EU-Sanktionen gegen Russland Kraftwerks-Turbinen auf die Krim liefern wolle. Ein Siemens-Sprecher hatte seinerseits erklärt, weder der Mutterkonzern noch einer seiner Töchter würden Kraftwerksturbinen auf die Krim liefern.

kig/Reuters
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