Insgesamt 34 Milliarden Euro Diese zwölf Unternehmen haben Ansprüche auf die Gasumlage angemeldet

Die Gasumlage soll Firmenpleiten und Lieferausfälle verhindern. Nun ist die Liste der Firmen öffentlich, die Hilfe beantragt haben – darunter auch Unternehmen, die zuletzt prächtig verdient haben.
Mitarbeiter an einem Gasspeicher von Uniper: Das Unternehmen hat Ansprüche auf die Gasumlage angemeldet

Mitarbeiter an einem Gasspeicher von Uniper: Das Unternehmen hat Ansprüche auf die Gasumlage angemeldet

Foto: ANDREAS GEBERT / REUTERS

Wer profitiert von der geplanten Gasumlage? Insgesamt zwölf Firmen haben nach Angaben der Ferngas-Netzbetreiber fristgerecht ihre Ansprüche angemeldet. Das geht aus einer Liste von dem Betreiberzusammenschluss Trading Hub Europe (THE) hervor (hier finden Sie das Dokument im Original ).

Demnach wollen folgende Unternehmen Geld aus der Gasumlage beanspruchen:

  • Der kriselnde Energiekonzern Uniper

  • Der Leipziger Gashändler VNG

  • Das Versorgungsunternehmen EWE mit Sitz in Oldenburg

  • Die ehemalige Gazprom-Tochter Sefe und das Tochterunternehmen Wingas

  • Die Deutschland-Tochter des österreichischen Energiekonzerns OMV

  • Der Schweizer Energiekonzern Axpo

  • Die Rohstoffhandelsfirmen Vitol, Gunvor, DXT Commodities und Enet Energy

Auch der Energiekonzern RWE hat Ansprüche aus der Gasumlage angemeldet. Dabei handele es sich aber nur um eine »Vorsichtsmaßnahme«, sagte eine Sprecherin auf SPIEGEL-Anfrage. Man habe derzeit nicht vor, die Umlage in Anspruch zu nehmen.

Wie hoch die Ansprüche der einzelnen Unternehmen ausfallen, teilte THE nicht mit. Insgesamt hätten die Firmen aber rund 34 Milliarden Euro als Prognosewert gemeldet. »Dies stellt noch keinen geprüften Anspruch dar«, heißt es bei den Ferngas-Netzbetreibern. Die Werte würden erst später konkret. Die Gasumlage von 2,4 Cent wird nach bisherigen Plänen bis Ende März 2024 erhoben.

Die Gasumlage soll Unternehmen entlasten, die wegen der gedrosselten Lieferungen aus Russland anderswo für viel Geld Gas einkaufen müssen, um ihre Verträge zu erfüllen. Ihre Mehrkosten dürfen sie aktuell nicht weiterreichen, die Umlage soll diese Kosten ab Oktober zu 90 Prozent ausgleichen. Damit sollen Firmenpleiten und letztlich Lieferausfälle verhindert werden.

Der Schweizer Energiehändler Axpo erklärte auf Anfrage des »Handelsblatts«, dass er nur in einem geringfügigen Maße betroffen sei. Trotzdem müsse das Unternehmen »die nicht gelieferte Energie aktuell zu weitaus höheren Kosten beschaffen«, um die bestehenden Verträge mit Kunden in Deutschland einhalten zu können, sagte ein Sprecher der Zeitung. Axpo und Gunvor haben ihren Umsatz im ersten Halbjahr dem Bericht zufolge um 100 Prozent beziehungsweise um 200 Prozent gesteigert.

mic/che/AFP
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