Nach Rechtsstreit mit Hulk Hogan Gawker beantragt Gläubigerschutz

Das Blog-Netzwerk "Gawker" will nach dem verlorenen Rechtsstreit mit Hulk Hogan offenbar seine Vermögenswerte vor dem Zugriff des Wrestlers schützen.

Hulk Hogan
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Weil "Gawker" ein Sexvideo mit Hulk Hogan gezeigt hatte, muss das Blog-Netzwerk dem Ex-Wrestler 140 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen. Jetzt hat das Unternehmen offenbar Gläubigerschutz nach Paragraf 11 beantragt. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die in New York veröffentlicht wurden.

Damit sollen die Vermögenswerte des Blog-Netzwerks vor dem Zugriff Hogans geschützt werden. Gawker soll im Zuge des Insolvenzverfahrens versteigert werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle. Demzufolge ist das Medienunternehmen Ziff Davis offenbar bereit, etwas weniger als 100 Millionen Dollar für "Gawker" zu zahlen.

"Gawker"-Chef Nick Denton will gegen die Schadensersatzforderung des Wrestlers in Berufung gehen. Die Geschäfte bei dem Blog-Netzwerk sollen zunächst weiterlaufen, berichtet das US-Magazin "Politico".

Angeblicher Rachefeldzug

Hulk Hogan, der mit bürgerlichem Namen Gene Bollea heißt, wurde bei seiner Klage gegen "Gawker" von Silicon-Valley-Milliardär Peter Thiel finanziell unterstützt. Dem Paypal-Mitgründer wird ein Rachefeldzug gegen "Gawker" nachgesagt.

Thiel hatte bestätigt, zehn Millionen Dollar in Hogans Verfahren gegen das Blog-Netzwerk gesteckt zu haben. Der Milliardär soll auch weitere Klagen gegen "Gawker" unterstützen. Das "Gawker"-Blog "Valleywag" hatte 2007 von Thiels Homosexualität berichtet, was diesem offenbar missfiel. Thiel selbst hat "Valleywag" einmal als das "Silicon-Valley-Äquivalent zu al-Qaida" bezeichnet.

"Gawker" hat seine Vermögenswerte mit 50 Millionen bis 100 Millionen Dollar angegeben. Demgegenüber wurden die Verbindlichkeiten mit 100 Millionen bis 500 Millionen Dollar geschätzt, berichtet Reuters.

brt/asa/Reuters/AFP

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