Rubelverfall Gazprom-Gewinn bricht um 70 Prozent ein

Der Verfall des Rubels und die Ukraine-Krise setzen dem russischen Gasproduzenten Gazprom zu. Der Weltmarktführer erleidet einen Gewinneinbruch von rund 70 Prozent.

Gazprom-Neft-Tankstelle vor der Gazprom-Zentrale (r.): Konzern unter Druck
REUTERS

Gazprom-Neft-Tankstelle vor der Gazprom-Zentrale (r.): Konzern unter Druck


Moskau - Der russische Gasproduzent Gazprom hat im vergangenen Jahr einen schweren Gewinneinbruch erlitten. Unter dem Strich wies der Weltmarktführer für das Jahr 2014 nach russischer Rechnungslegung (RAS) einen Rückgang von 70 Prozent auf 189 Milliarden Rubel aus (umgerechnet rund drei Milliarden Euro). In der Kennzahl seien nicht die Bilanzen der Tochtergesellschaften wie Gazprom Neft enthalten, teilte der Konzern mit.

Der Gewinneinbruch könnte dazu führen, dass Gazprom die Dividende pro Anteil von 7,2 auf zwei Rubel kürzt, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Denn das in Moskau ansässige Unternehmen schütte für gewöhnlich 25 Prozent des Gewinns aus.

Zuletzt hatten Gazprom der Schuldenstreit mit der Ukraine und vor allem der Verfall des Rubels zugesetzt. Die russische Währung stand auch wegen der Sanktionen des Westens gegen Russland seit Monaten unter Druck.

Hohe Kosten durch Southstream-Aus

Zudem verursacht das Aus für die die transeuropäische Gasleitung South Stream hohe Kosten. Gazprom hat seinen Partnern eigenen Angaben zufolge insgesamt eine Milliarde Dollar gezahlt: Der Staatskonzern habe damit der BASF-Tochter Wintershall (Deutschland), Eni (Italien) und EDF (Frankreich) Anteile am Betreiberkonsortium abgekauft, teilte das Unternehmen laut Nachrichtenagentur Interfax mit.

Gazprom sei dazu nicht verpflichtet gewesen, allerdings sollten Risiken geteilt werden, hieß es. Russland hatte das Projekt auch wegen des Energiestreits mit der EU nicht weiterverfolgt. Statt nach Bulgarien soll die wichtige Leitung nun in die Türkei führen.

bos/dpa/Reuters



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