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21. Oktober 2014, 13:39 Uhr

Neue Märkte im Osten

Gazprom investiert 2014 vier Milliarden Euro zusätzlich

Fast 20 Milliarden Euro investiert der russische Energiekonzern Gazprom in diesem Jahr - das sind vier Milliarden mehr, als ursprünglich geplant. Ein Großteil des Geldes könnte in Pipelines in den Osten fließen.

Moskau - Transportprojekte, Bau von Pipelines und die "Kraft Sibiriens": Der russische Energiekonzern Gazprom will noch in diesem Jahr 220 Milliarden Rubel (rund 4,2 Milliarden Euro) mehr in verschiedene Projekte investieren. Ende vergangenen Jahres hatte der Konzern für die Investitionen 2014 noch etwa 15 Milliarden Euro veranschlagt - nun werden es fast 20 Milliarden Euro.

Der Grund für die aufgestockte Summe: Laut der Nachrichtenagentur Reuters spielt der vom Kreml gelenkte Konzern wegen der Sanktionen des Westens höhere Investitionen in Asien durch. Gazprom selbst teilte mit, dass der Konzern erwäge, mehr Geld in andere Märkte umzuschichten.

Die zusätzlichen Mittel sollen etwa für Projekte in Vietnam und Bolivien verwendet werden. Ein Großteil sei zudem für den Bau von Pipelines zur Versorgung Ostsibiriens eingeplant. Das Geld werde auch in den Bau der Gasleitung "Sila Sibiri" (Kraft Sibiriens) nach China und des South-Stream-Projekts in Südosteuropa fließen.

Im Mai hatte Russland mit China einen umfangreichen Gas-Vertrag ausgehandelt, dessen Volumen auf 400 Milliarden Dollar geschätzt wird. Ab 2018 liefert Gazprom bis zu 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr in die Volksrepublik. Russland will sich damit unabhängiger von Lieferungen nach Europa machen.

vks/Reuters/dpa

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