Neue Märkte im Osten Gazprom investiert 2014 vier Milliarden Euro zusätzlich

Fast 20 Milliarden Euro investiert der russische Energiekonzern Gazprom in diesem Jahr - das sind vier Milliarden mehr, als ursprünglich geplant. Ein Großteil des Geldes könnte in Pipelines in den Osten fließen.

Gazprom-Mitarbeiter in der Nähe von Minsk: Geld in andere Märkte umschichten
REUTERS

Gazprom-Mitarbeiter in der Nähe von Minsk: Geld in andere Märkte umschichten


Moskau - Transportprojekte, Bau von Pipelines und die "Kraft Sibiriens": Der russische Energiekonzern Gazprom will noch in diesem Jahr 220 Milliarden Rubel (rund 4,2 Milliarden Euro) mehr in verschiedene Projekte investieren. Ende vergangenen Jahres hatte der Konzern für die Investitionen 2014 noch etwa 15 Milliarden Euro veranschlagt - nun werden es fast 20 Milliarden Euro.

Der Grund für die aufgestockte Summe: Laut der Nachrichtenagentur Reuters spielt der vom Kreml gelenkte Konzern wegen der Sanktionen des Westens höhere Investitionen in Asien durch. Gazprom selbst teilte mit, dass der Konzern erwäge, mehr Geld in andere Märkte umzuschichten.

Die zusätzlichen Mittel sollen etwa für Projekte in Vietnam und Bolivien verwendet werden. Ein Großteil sei zudem für den Bau von Pipelines zur Versorgung Ostsibiriens eingeplant. Das Geld werde auch in den Bau der Gasleitung "Sila Sibiri" (Kraft Sibiriens) nach China und des South-Stream-Projekts in Südosteuropa fließen.

Im Mai hatte Russland mit China einen umfangreichen Gas-Vertrag ausgehandelt, dessen Volumen auf 400 Milliarden Dollar geschätzt wird. Ab 2018 liefert Gazprom bis zu 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr in die Volksrepublik. Russland will sich damit unabhängiger von Lieferungen nach Europa machen.

vks/Reuters/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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cum infamia 21.10.2014
1. Ja,ja, Sanktionen
So sieht der Zuschauer mit Staunen, wie unsere Frau Merkel einen Rohrkrepierer nach dem anderen produziert...
hazerlee 21.10.2014
2. Verstehe ich nicht...
Zitat von cum infamiaSo sieht der Zuschauer mit Staunen, wie unsere Frau Merkel einen Rohrkrepierer nach dem anderen produziert...
Was an dieser Meldung kann man als Rohrkrepierer von Frau Merkel bezeichnen? Und wieso? Weil Russland sich unabhängiger von Europa machen will? Was bleibt denen auch übrig, wenn Putin gerne andere Länder annektiert und Europa sein Blut-Erdgas nicht mehr will?
redracer2014 21.10.2014
3. Also Hazerlee
Wenn sie zufällig nicht verstanden haben was das bedeutet, dann sollten sie vielleicht doch nicht so oft die BILD-Zeitung aufschlagen. Es bedeutet nämlich das es weniger Gas für Europa gibt und das Russland weitaus weniger abhängig von Europa ist als wir von den Russen. Wenn die Verträge mit Europa abgelaufen sind, wird neu verhandelt und es würde mich wundern wenn Der Westen dann am "längeren Hebel" sitzt. Aber dann hat die BILD ja wenigstens wieder eine Schlagzeile über den "bösen Russen"
hazerlee 21.10.2014
4. Eigentor würde ich sagen!
Zitat von redracer2014Wenn sie zufällig nicht verstanden haben was das bedeutet, dann sollten sie vielleicht doch nicht so oft die BILD-Zeitung aufschlagen. Es bedeutet nämlich das es weniger Gas für Europa gibt und das Russland weitaus weniger abhängig von Europa ist als wir von den Russen. Wenn die Verträge mit Europa abgelaufen sind, wird neu verhandelt und es würde mich wundern wenn Der Westen dann am "längeren Hebel" sitzt. Aber dann hat die BILD ja wenigstens wieder eine Schlagzeile über den "bösen Russen"
Ich lese zwar keine BILD, aber wenn Sie meinen diese wäre Grundlage für meine Meinungsbildung, dann sollten SIE offensichtlich mehr davon lesen! Denn: haben Sie den Artikel gelesen? Erst 2018 liefert Russland Gas an China - bis dahin können zb Flüssiggasterminals lange gebaut sein und die Versorgung von Europa wäre über Norwegen oder die USA gewährleistet. Zudem macht man sich ja sowieso schon durch erneuerbare Energien unabhängiger, China zahlt weniger als Europa für Rohstoffe usw. Und Sie meinen also Russland sitzt dann am längeren Hebel? Träumen Sie weiter...
redracer2014 21.10.2014
5. hezerlee
Also Bild lese ich auch nicht. Den Artikel habe ich schon gelesen. Auch das die Lieferung erst ab 2018 erfolgt. Und genau das ist die Absicht der USA. Sie helfen uns bestimmt sehr gern zumal ja ihre Wirtschaft auch nicht gerade brummt und sich "wie durch Zauberhand" ein neuer Kunde auftut. Nämlich Europa! Amerikanische Ölkonzerne bohren mit Rosneft in der Arktis nach neuen Rohstoffen und Europa soll auf durch der USA Sanktionen gegen Rußland verhängen? Die Europäische Wirtschaft wird ja schon genug geschädigt. Und das auch noch wissentlich! Europa wird dann halt von den USA abhängig sein. Allein TTIP ist schon eine Frechheit. Und die Erneuerbaren Energien bringen nichts solange nur Deutschland sie fördert. Alles in allem Topaussichten für amerikanische Unternehmen. Ein Hoch auf den Investorenschutz.
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