Russischer Staatskonzern Gazprom streicht Dividende, Aktie stürzt ab

Die hohen Energiepreise spülten der russischen Gasfirma Gazprom viele Milliarden in die Kasse. Doch wegen unsicherer Aussichten streicht der Konzern nun die Dividende. Aktionäre reagieren schockiert.
Ein Gazprom-Logo in Moskau: Trübe Aussichten

Ein Gazprom-Logo in Moskau: Trübe Aussichten

Foto: Sergei Ilnitsky / dpa

Eigentlich wollte der russische Energiekonzern Gazprom seinen Aktionären in diesem Jahr eine Dividende ausschütten. Rund 52 Rubel je Aktie sollte es geben. Stattdessen erhalten sie: gar nichts.

Die Eigner des russischen Energiekonzerns – allen voran der russische Staat, der mehr als 50 Prozent der Papiere hält – lehnten einen Dividendenvorschlag ab. »Die Aktionäre haben entschieden, dass es in der aktuellen Situation nicht ratsam ist, Dividenden auf der Grundlage der Ergebnisse von 2021 zu zahlen«, sagte der stellvertretende Vorstandschef Famil Sadygow. Die Priorität liege auf der Umsetzung des Investitionsprogramms.

Erst im Mai hatte der Gazprom-Vorstand eine Dividende von 52,53 Rubel pro Aktie für 2021 vorgeschlagen. Davon ist nun keine Rede mehr. An der Börse sorgte die Entscheidung für einen Abverkauf von Gazprom-Aktien: Der Kurs der Papiere gab zeitweise um 25 Prozent nach.

Noch im vergangenen Jahr hatte Gazprom ein Rekordergebnis von mehr als 28 Milliarden Euro erzielt. Doch die Aussichten sind nicht gerade rosig: Russland hat die Gaslieferungen über Pipelines nach Europa bereits drastisch reduziert und könnte sie weiter zurückfahren. Außerdem wollen die Staatschefs der G7-Staaten einen Preisdeckel für den Gaspreis einführen – beides würde die Umsätze des Konzerns wohl schmälern.

mic/Reuters
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