Energiemarkt Gazprom will Anteile an Gasversorger VNG verkaufen

Der russische Konzern Gazprom fährt sein Europageschäft weiter zurück. Das staatlich kontrollierte Unternehmen trennt sich von seinen Anteilen am Leipziger Energieversorger VNG - und begründet das mit fehlenden Einflussmöglichkeiten.

VNG-Zentrale in Leipzig (Archivbild): Wintershall und Gazprom steigen aus
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VNG-Zentrale in Leipzig (Archivbild): Wintershall und Gazprom steigen aus


Der russische Energiekonzern Gazprom will sich von seinem Anteil am ostdeutschen Gasversorger VNG trennen. Die Entscheidung zum Verkauf sei gefallen, nachdem die BASF-Tochter Wintershall ihre VNG-Beteiligung verkauft habe, teilte Gazprom mit.

Das staatlich kontrollierte Unternehmen hält 10,52 Prozent an VNG, zusammen mit Wintershall kam es auf 26,31 Prozent. Beide Unternehmen hatten damit zusammen eine Sperrminorität. Mit dem Wintershall-Rückzug fehlten Gazprom Chart zeigen fortan die Einflussmöglichkeiten bei der Leitung von VNG, begründete der Konzern seine Entscheidung. Die "partnerschaftlichen Beziehungen" mit VNG und Wintershall sollten fortgesetzt werden, teilte Gazprom mit.

Mit dem Rückzug treibt Gazprom auch seine Strategie voran, das Europa-Geschäft zurückzufahren. Hintergrund sind die angespannten Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Regierung in Moskau wegen Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt.

In der vergangenen Woche hatte der Gasproduzent schwache Geschäftszahlen vorgelegt. 2014 musste Gazprom demnach einen Gewinneinbruch von rund 70 Prozent hinnehmen.

Branchenkreisen zufolge will sich auch der norddeutsche Energiekonzern EWE von VNG trennen. Sein Anteil von knapp 64 Prozent soll demnach um die 1,3 Milliarden Euro wert sein. Darauf basierend könnte Gazproms Anteil rund 200 Millionen Euro kosten.

Russland lieferte im vergangenen Jahr rund 6,3 Milliarden Kubikmeter Gas an VNG - von insgesamt 35,3 Milliarden Kubikmetern Gas, die das Unternehmen verkaufte. Das Unternehmen importiert Erdgas auch aus Norwegen und ist der einzige Großkonzern mit Sitz in Ostdeutschland.

syd/Reuters/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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ftester 07.04.2015
1. Hmm,
steigt also einer der wenigen verlässlichen Geschäftspartner aus, schade eigentlich, na ja, im Ernstfall kann ich auch noch mit Braunkohle und Holz heizen....
Dengar 07.04.2015
2. Nix
Zitat: " Technik und Trends: Das Hochamt der Ingenieurskultur steht 2015 ganz im Zeichen der Industrie 4.0. Vernetzte Maschinen sollen für Innovation und Wachstum sorgen. Was steckt hinter dem Hype?" Zitatende. ----------------- Der Fehler ist schon im Zitat versteckt...Viel Spaß beim Suchen, und noch mehr beim Finden.
freddygrant 07.04.2015
3. Die Russen ...
... werden sich nach den Sanktionen wirtschaftlich umorientieren. Dies ist doch schon voll am laufen. Deutschland und Europa werden auf die Resourcen und Bodenschätze der Russen künftig verzichten müssen.
Andrzej85 08.04.2015
4. Gazprom konsequent
So wie es aussieht, scheint sich Gazprom also langsam aus Europa zurückziehen zu wollen, was vor allem an den schlechten Zahlen liegen könnte, die durch die Sanktionen gegen Russland entstanden sein müssten. Mehr dazu hier: http://www.finance-magazin.de/strategie-effizienz/ma/wer-kauft-gazproms-vng-anteil/
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